Mit Kubernetes und Linux in die digitale Souveränität starten
Mit Open Source, Kubernetes und Linux gewinnen Schweizer Unternehmen Kontrolle über Daten und Infrastruktur, senken Abhängigkeiten von US-Clouds und nähern sich in realistischen Schritten echter digitaler Souveränität.
Digitale Souveränität steht für die volle Kontrolle über Daten und Systeme, unabhängig von ausländischen Grossanbietern. In der Schweiz treiben das revidierte Datenschutzgesetz, geopolitische Risiken und die Strategie "Digitale Schweiz" den Weg dazu voran. Open Source wiederum kann helfen, Transparenz zu schaffen und Abhängigkeiten zu reduzieren. So kann etwa Kubernetes auf Linux-Basis einen starken Baustein bilden, erreicht aber allein keine vollständige Unabhängigkeit.
Kubernetes als Open-Source-Werkzeug
Kubernetes ist Open Source und steuert Anwendungen in Containern, die wie isolierte Pakete auf Server-Clustern laufen. Es verteilt Lasten automatisch, skaliert bei Bedarf und stellt Ausfälle sicher wieder her. Schweizer Unternehmen bauen damit lokale Cloud-Lösungen auf: Daten bleiben im Land, offene Standards erlauben den Wechsel zwischen Anbietern. Als Basis dienen Linux-Distributionen wie Ubuntu, Red Hat oder Suse, die robust und anpassbar sind. Managed Services kümmern sich um Updates, die Absicherung und Einhaltung von Vorschriften, damit die Systeme zuverlässig laufen. Doch Kubernetes orchestriert nur die Laufzeitumgebung. Für echte Souveränität müssten SaaS-Anwendungen wie CRM-Systeme oder Kollaborationstools ebenfalls unabhängig sein. Fakt aber ist: Viele Firmen setzen weiterhin auf De-facto-Standard-Anwendungen wie M365 für E-Mail, Teams oder Office. Diese laufen (auch in Schweizer Rechenzentren) auf US-Servern, und die Grossanbieter würden Verschlüsselungscodes im Zweifelsfall an Behörden freigeben – ganz gleich, wie souverän die darunterliegende Kubernetes-Plattform ist.
Kubernetes als Managed Service
Oft hört man, Container seien kompliziert, unsicher oder nur für Grossfirmen geeignet. Tatsächlich ist Kubernetes seit 2006 ausgereift und flexibel einsetzbar, auch für Mittelständler. Container kapseln Anwendungen sicher ab und lassen sich einfach neu starten. Die Technologie bindet nicht an Hersteller, sondern erlaubt einfache Migrationen. Zunehmend unterstützt sie auch Standardsoftware.
Ein eigenes Kubernetes-Team aufrechtzuerhalten, ist allerdings für KMUs unrealistisch – zu gross und kostspielig ist der Know-how-Bedarf für eine einzelne Firma – ganz abgesehen davon, dass allein der Fachkräftemangel dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen würde. Schweizer Dienstleister mit eigenem Kubernetes-Team hingegen richten Cluster auf lokaler Hardware ein, speichern Kundendaten verschlüsselt lokal und kontrollieren Netzwerke als Managed Services ganz ohne US-Clouds. Realistisch betrachtet braucht volle Souveränität aber Alternativen wie eine Open-Source-Self-Hosting-Plattform für Datenspeicherung, Datei-Synchronisation und Zusammenarbeit. Auch für die wichtigsten Anwendungen wie Office, Kollaboration und anderes gäbe es Open-Source-Lösungen.
Fazit: In Stufen zur Souveränität
Kubernetes und Linux ermöglichen Infrastruktur-Souveränität als einen ersten essenziellen Schritt. Vollständige Unabhängigkeit braucht jedoch den Verzicht auf M365 und andere Software-as-a-Service und eine smarte Datenextraktion. Das allein ist allerdings schon eine Herausforderung. Denn alle Anwendungen sind voneinander abhängig, weshalb nach einer Datenextraktion Links automatisch ins Leere führen, wenn man sie zu Open Source migriert. Für Dienstleister und Kunden ist deshalb für echte Unabhängigkeit mit Open Source eine evolutionäre Annäherung realistisch: also erst die Infrastruktur mit Kubernetes und Linux stärken, dann die Anwendungen angehen.
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