Illegale Produkte kosten Temu eine Busse von 200 Millionen Euro
Die EU-Kommission brummt Temu eine Busse in Höhe von 200 Millionen Euro auf. Sie wirft dem Onlinehändler vor, gegen den Digital Services Act verstossen zu haben, da er nicht genug gegen den Verkauf illegaler Produkte unternahm.
Die Kommission der Europäischen Union bittet Temu zur Kasse. Das Gremium verhängt eine Busse gegen den Onlinehändler in Höhe von 200 Millionen Euro, wie es in einer Mitteilung bekanntgibt.
Hintergrund der Strafe ist der Digital Services Act (DSA), gegen den Temu verstossen haben soll.
Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen vor, es habe zu wenig gegen die systemischen Risiken in Zusammenhang mit illegalen Produkten unternommen, die auf Temu angeboten werden. Für EU-Bürgerinnen und -Bürger sei es "sehr wahrscheinlich", auf Temu illegale Produkte zu finden, erklärt die Kommission, die sich unter anderem auf eigene Testkäufe beruft. Diese hätten ergeben, "dass ein sehr hoher Anteil der ausgewählten Ladegeräte grundlegende Sicherheitsprüfungen nicht bestand". Sicherheitsrisiken mittleren bis hohen Schweregrades entdeckte die Kommission auch bei Testkäufen von Babyspielzeugen. Sie enthielten entweder Chemikalien, die die gesetzlich zulässigen Grenzwerte überschreiten, oder ablösbare Teile, von denen eine Erstickungsgefahr ausging.
Die 2024 von Temu selbst eingereichte Risikoabschätzung erfülle nicht die Anforderungen des DSA, stellt die Kommission fest. Temu habe die Wahrscheinlichkeit erheblich unterschätzt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU auf illegale Produkte stossen könnten. Zudem habe der Onlinehändler nicht bewertet, wie die Gestaltung der Verkaufsplattform das Risiko der Verbreitung illegaler Produkte verstärken könnte. Namentlich verweist die EU hier auf Empfehlungssysteme und Produktwerbeprogramme in Zusammenarbeit mit Influencern.
Temu hat nun bis zum 28. August Zeit, der EU zu erklären, mit welchen Massnahmen die festgestellten Verstösse gegen die Verpflichtungen zur Risikobewertung behoben werden sollen. Kommt Temu der Aufforderung der EU-Kommission nicht nach, könnte diese weitere Bussen verhängen.
Derweil fordert das Schweizer Parlament schärfere Regeln für Temu, Shein und Co. Die ausländischen Onlinehändler sollen ihre Waren klarer kennzeichnen müssen, wie Sie hier lesen können.
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