Photonik aus Neuenburg

CCRAFT baut Produktion photonischer Chips aus

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von Alexia Muanza und Netz-KI Bot und Übersetzung: Joël Orizet, nki

Das Neuenburger CSEM-Spin-off CCRAFT hat in einer Finanzierungsrunde 7,8 Millionen US-Dollar eingesammelt. Mit dem Kapital will das Unternehmen die Produktion seiner photonischen Chips hochfahren und bis 2030 eine Kapazität von 2000 Wafern pro Monat erreichen.

Die Gründer von CCRAFT (v.l.): Andreas Voelker, Hernán Furci und Hamed Sattari. (Source: zVg)
Die Gründer von CCRAFT (v.l.): Andreas Voelker, Hernán Furci und Hamed Sattari. (Source: zVg)

Das Neuenburger Deep-Tech-Unternehmen CCRAFT hat eine überzeichnete Finanzierungsrunde über 7,8 Millionen US-Dollar abgeschlossen. QBIT Capital führte die Finanzierungsrunde an. Ebenfalls investierten die Zürcher Kantonalbank, Apprecia Capital, Spacewalk, Blue Wonder Ventures sowie ein nicht namentlich genannter europäischer Anbieter von KI-Infrastruktur. Zusammen mit bereits zugesagten öffentlichen Fördergeldern und kantonaler Unterstützung von über 3,5 Millionen Dollar verfügt CCRAFT nun über insgesamt 11,3 Millionen Dollar, um seine Produktion auszubauen, wie das Unternehmen mitteilt.

CCRAFT ging aus dem Neuenburger Technologie- und Innovationszentrum CSEM hervor und vermarktet photonische integrierte Schaltkreise auf Basis der Dünnschichttechnologie Thin-Film Lithium Niobate (TFLN). Sie eignet sich besonders für die schnelle und energieeffiziente optische Datenübertragung. Photonische Chips übertragen und verarbeiten Daten mit Licht statt mit elektrischen Signalen. Laut CCRAFT ermöglichen sie höhere Datenraten bei geringerem Energieverbrauch als klassische elektronische Chips. Einsatzgebiete sind vor allem KI-Rechenzentren, Hochgeschwindigkeitsnetze, Quantentechnologien sowie Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt und der Navigation.

Eine Hand mit türkisfarbenem Schutzhandschuh hält einen Chipträger mit mehreren photonischen Bauelementen. Die unterschiedlich grossen Strukturen sind auf einem Raster angeordnet. Der neutrale graue Hintergrund lenkt den Fokus auf den Chip.

CCRAFT entwickelt und fertigt photonische Chips auf Basis einer Dünnschichttechnologie. Mit frischem Kapital will das Neuenburger Unternehmen seine Produktionskapazität bis 2030 deutlich ausbauen. (Source: zVg)

2000 Wafer pro Monat bis 2030

Nach Angaben des Unternehmens steigt die Nachfrage nach photonischen Chips mit dem weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur. Gleichzeitig fehlen derzeit weitgehend industrielle Fertigungskapazitäten für TFLN-basierte Chips. CCRAFT vermarktet die Technologie erst seit April 2025 und bezeichnet sich als weltweit erste unabhängige Foundry für diesen Chiptyp. Das Unternehmen plant, seine Produktionsplattform am Standort Neuenburg bis 2030 auf eine Kapazität von 2000 Wafern pro Monat auszubauen.

Den globalen Markt für photonische integrierte Schaltkreise beziffert das Unternehmen auf 15 bis 20 Milliarden Dollar. Allein der adressierbare Markt für TFLN-basierte Chips dürfte laut CCRAFT bis Ende des Jahrzehnts ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar erreichen.

"Die Schweiz zählt in diesem Bereich zu den weltweit führenden Technologiezentren", lässt sich CCRAFT-CEO und -Mitgründer Hamed Sattari in der Mitteilung zitieren. "Die Herausforderung besteht aktuell darin, diesen technologischen Vorsprung in industrielle Produktion, qualifizierte Arbeitsplätze und globale Lieferketten zu überführen - und schneller zu skalieren als die internationale Konkurrenz."

 

Übrigens: Warum der Kanton Neuenburg 3 Millionen Franken in die Halbleiterforschung investiert und einen eigenen "Chip Act" lanciert hat, erfahren Sie hier

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