KI-Tool ermittelt Blutungsrisiko bei Patienten
Ein neues medizinisches KI-Tool erkennt 9 von 10 Patienten mit einer milden Blutungsstörung. Forschende des Inselspitals und der Universität Bern geben Ärztinnen und Ärzten damit ein Hilfsmittel an die Hand, um zu entscheiden, ob vor einer Operation zusätzliche Abklärungen zum Blutungsrisiko nötig sind.
Forschende des Inselspitals und der Universität Bern haben ein KI-Tool namens "MBD-Check" entwickelt, das bei Patientinnen und Patienten vor Operationen ein mögliches Blutungsrisiko ermittelt. Für Ärztinnen und Ärzte ist es oft schwierig, eine milde Blutungsstörung zu erkennen - das Tool soll sie dabei unterstützen, wie das Inselspital mitteilt. Die Anwendung ist öffentlich zugänglich und online nutzbar.
Milde Blutungsstörungen bleiben laut Mitteilung im Alltag oft unbemerkt, können jedoch bei Operationen oder anderen Eingriffen zu Komplikationen führen. Es gebe zwar Screeningverfahren, um solche Störungen festzustellen, doch diese seien nur begrenzt aussagekräftig. Deshalb überweise man Patientinnen und Patienten schon bei geringem Verdacht an entsprechend spezialisiertes Ärztepersonal.
Das neue KI-Tool soll bei der Entscheidung helfen, ob weitere Abklärungen nötig seien. Dadurch erkennt man Risikopatienten frühzeitig und vermeidet gleichzeitig unnötige Überweisungen, wie es in der Mitteilung heisst. "Das Tool ersetzt keine ärztliche Beurteilung", sagt Michael Nagler, Leitender Arzt am Universitätsinstitut für Klinische Chemie. "Es hilft dabei, jene Patientinnen und Patienten zu identifizieren, bei denen vor einem Eingriff weitere Abklärungen sinnvoll sein könnten."
MBD-Check benötige für seine Analyse nur wenige Informationen, die im klinischen Alltag meist schon vorhanden seien: ausgewählte Laborwerte, Angaben zur Blutungsgeschichte und das Geschlecht. Damit errechne das Tool die Wahrscheinlichkeit, dass eine milde Blutungsstörung vorliege. Dabei zeigt die KI-Anwendung laut Mitteilung auf, welche Informationen besonders zum Ergebnis beigetragen haben. So könnten Ärztinnen und Ärzte das Resultat besser nachvollziehen.
Gemäss Mitteilung dienten die Angaben von 555 Patienten als Trainingsdaten und mit 217 weiteren Patienten wurde das KI-Modell getestet. Dabei habe das Tool 90,2 Prozent der tatsächlich betroffenen Personen korrekt erkannt und damit etablierte Vergleichsverfahren übertroffen. Zudem hätten Fachpersonen aus Chirurgie, Anästhesiologie und Hämatologie die Anwendung getestet und unter anderem die Benutzerfreundlichkeit gelobt.
Das Kantonsspital Baden nutzt jetzt übrigens KI-Avatare zur Patienteninformation, wie Sie hier lesen können.
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