Strategiewechsel

Arm produziert eigene KI-Chips

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: Andreas Huber, nki, rja

Arm kündigt die Produktion eigener Chips an. Die Firma war bisher mehr auf das Design lizenzierter Architekturen ausgerichtet. Mit der für KI-Rechenzentren entwickelten "AGI CPU" vollzieht das Unternehmen eine strategische Wende.

Arm kündigt die Produktion eigener Chips mit der AGI-CPU an. (Source: Arm)
Arm kündigt die Produktion eigener Chips mit der AGI-CPU an. (Source: Arm)

Arm hat angekündigt, in die Produktion eigener Halbleiter einzusteigen. Bislang war der Konzern auf die Entwicklung lizenzierter Architekturen ausgerichtet. Nun vollzieht das Unternehmen eine strategische Wende und will künftig eigene gebrauchsfertige Chips anbieten.

In der Mitteilung präsentiert Arm die "AGI CPU". Sie  soll sich insbesondere für agentische KI-Infrastrukturen eignen. Deren Anwendungen benötigen mehr CPU-Ressourcen, um Datenströme zu orchestrieren und Verarbeitungen zu koordinieren, wie es in der Mitteilung heisst. Der Prozessor kann bis zu 136 Neoverse-V3-Kerne integrieren. Arm verspricht eine mehr als doppelt so hohe Leistung pro Rack im Vergleich zu x86-Plattformen sowie eine Dichte von je nach Konfiguration mehreren zehntausend Kernen pro Rack. Das Unternehmen hebt ausserdem die Energieeffizienz sowie die Fähigkeit hervor, unter realistischen Stromversorgungsbedingungen zu arbeiten.

Zahlreiche Akteure machen mit

Meta war als Hauptpartner an der Entwicklung des Prozessors beteiligt. Laut der Ankündigung von Arm wird der Konzern die CPU insbesondere zur Optimierung seiner KI-Infrastrukturen einsetzen, ergänzend zu eigenen Beschleunigern. Weitere Akteure, darunter OpenAI, SAP und Cloudflare, bekunden ebenfalls ihre Absicht, den Prozessor einzusetzen. 

Mehr als 50 Unternehmen unterstützen zudem den Eintritt von Arm in den Chipmarkt. Darunter befinden sich führende Akteure aus den Bereichen Cloud, Halbleiter und Infrastruktur, wie AWS, Broadcom, Google, Marvell, Micron, Microsoft, NVIDIA, Samsung, SK Hynix und TSMC.

Arm gibt an, auf ein umfangreiches industrielles Ökosystem zu setzen, um die Einführung zu beschleunigen. Das Unternehmen arbeitet dabei insbesondere mit OEMs und ODMs wie ASRock Rack, Lenovo, Quanta Computer und Supermicro zusammen. Erste Systeme seien bereits verfügbar, eine breitere Verfügbarkeit stellt Arm für das zweite Halbjahr 2026 in Aussicht.

 

Nvidia hat übrigens an seiner GTC-Konferenz mit Vera eine neue CPU und mit Nemoclaw eine Software-Plattform für agentische KI vorgestellt. Lesen Sie hier mehr dazu

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