Syndicom übt Kritik

Swisscom plant dritten Nearshoring-Standort in Lissabon

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: René Jaun, nki

Nach Riga und Rotterdam will Swisscom einen dritten Nearshoring-Standort in Lissabon aufbauen. Mittelfristig könnten dort rund 200 Personen beschäftigt werden. Das Vorhaben stösst bei der Gewerkschaftsorganisation Syndicom auf scharfe Kritik.

Swisscom plant die Eröffnung eines neuen Standorts in Lissabon. (Source: André Lergier / unsplash.com)
Swisscom plant die Eröffnung eines neuen Standorts in Lissabon. (Source: André Lergier / unsplash.com)

Swisscom macht Ernst mit den Plänen, weitere IT-Jobs ins Ausland zu verlegen. 2027 will der Telko einen neuen Standort in Lissabon eröffnen. Er soll die bestehenden ausländischen Standorte in Riga und Rotterdam ergänzen, wie Swisscom anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen mitteilt. Der künftige Standort in Portugal werde ausgewählte Technologie- und Business-Dienstleistungen in den Bereichen IT, Softwareentwicklung und Finanzen erbringen, so das Unternehmen. Zum Start Anfang 2027 wolle man rund 40 Personen beschäftigen, mittelfristig sollen es etwa 200 sein. Erklärtes Ziel des Vorhabens ist, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Bei Syndicom stösst der Plan auf scharfe Kritik. Swisscom schaffe qualifizierte Arbeitsplätze in den Bereichen IT, Softwareentwicklung und Finanzen im Ausland, während sie den Personalbestand in der Schweiz reduziere. Der Telko sende damit "die falschen Signale", schreibt die Gewerkschaftsvertretung. Syndicom fordert den Telekomkonzern auf, seine Strategie zu überdenken und stärker in qualifizierte Arbeitsplätze in der Schweiz zu investieren. Die Gewerkschaft stellt zudem die erwarteten Einsparungen durch Nearshoring infrage. Tiefere Löhne könnten ihrer Einschätzung nach durch zusätzliche Koordinationskosten wieder aufgewogen werden.

Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Swisscom für das erste Halbjahr einen höheren Gewinn und ein verbessertes operatives Ergebnis ausweist. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Reingewinn um 6,9 Prozent auf 668 Millionen Franken. Das EBITDA nach Leasingaufwand erhöhte sich um 3,3 Prozent auf 2,557 Milliarden Franken. Gleichzeitig ging der Personalbestand des Konzerns in der Schweiz um 5,4 Prozent auf 14'764 Vollzeitäquivalente zurück.

 

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