Lake Innovation Day

Wie Ricoh KI-Lösungen in Unternehmen zum Erfolg verhelfen will

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von René Jaun und jor

Ricoh arbeitet an seiner Transformation zum Anbieter von digitalen Arbeitsplätzen. An einem Kundenanlass stellten Ricoh und seine Tochter Lake Solutions unter anderem eine souveräne Dokumentenverwaltung vor und zeigten, warum Produkte allein noch keine Lösung sind.

Daniel Tschudi, CEO Alps von Ricoh, am diesjährigen Mediengespräch. (Source: zVg)
Daniel Tschudi, CEO Alps von Ricoh, am diesjährigen Mediengespräch. (Source: zVg)

Für sein traditionelles Mediengespräch hat sich Ricoh Schweiz dieses Jahr mit seiner Tochter Lake Solutions zusammengetan. Das Treffen fand im Rahmen des Kundenevents Lake Innovation Day 2026 im Zürcherischen Schlieren statt. Dort präsentierten Ricoh, Lake Solutions und diverse Partner Angebote und Neuigkeiten rund um den digitalen Arbeitsplatz, mit Schwerpunkten auf künstlicher Intelligenz, Cybersecurity und Cloud.

Ricoh mit Hauptsitz in Japan arbeitet schon seit einiger Zeit daran, das einseitige Image des Printing-Spezialisten abzulegen. Diese Transformation hin zum Anbieter digitaler Office-Services "geht sehr erfolgreich weiter", kommentierte Alps-Chef Daniel Tschudi. Im Geschäftsjahr 2025, welches Ende März 2026 zu Ende ging, habe das Unternehmen 39 Prozent seines Umsatzes mit Office-Services erwirtschaftet, was 5 Milliarden Franken entspreche. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 37 Prozent. Im Schweizer Markt mache das Digital-Services-Geschäft etwa 40 Prozent des Umsatzes aus, fügte Tschudi hinzu. Besonders hob er den Bereich Workplace Experience hervor, mit einem Plus von 14,5 Prozent.

Insgesamt verzeichnete Ricoh im vergangenen Geschäftsjahr 2025 ein weltweites Umsatz-Plus von 3,2 Prozent (im Vorjahr lag es bei fast 8 Prozent). Umgerechnet beläuft sich der 2025 erzielte Umsatz auf 13,1 Milliarden Franken. Den globalen operativen Gewinn steigerte Ricoh um 42 Prozent - im Geschäftsjahr davor betrug das Plus 2,9 Prozent.

Tschudi zeigte sich auch zufrieden mit dem Start des Geschäftsjahres 2026. In der Schweiz erzielte Ricoh im 1. Quartal ein Umsatzplus von 8,7 Prozent. "Wir hatten schon lange nicht mehr ein so gutes Wachstum", kommentierte der Alps-Chef. Lake Solution wuchs derweil um 13 Prozent.

Dokumentenverwaltung mit Schweizer Touch

Als Dienstleister wolle man den Kunden Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und sie unterstützen, ihre Geschäftsprozesse zu transformieren, gestützt auf einer stabilen IT-Grundlage, erklärte Tschudi die Geschäftsstrategie.

Diesen Faden nahm Barbara Fehr, Director Office Services von Ricoh Schweiz, später wieder auf. Es gehe weniger um neue Technologie, sondern darum, Technologie zum Nutzen der Kunden einzusetzen, erklärte sie. "Nicht die Verfügbarkeit von Technologie entscheidet, sondern die Wirkung, die wir mit ihr erzielen können." Entsprechend hohen Wert lege ihr Unternehmen darauf, die Bedürfnisse der Kunden in unterschiedlichen Branchen zu kennen und dafür passende Angebote zu schaffen.

Eine Frau steht in einem Sitzungsraum neben einem grossen Bildschirm und hält einen Vortrag. Auf dem Display ist ihr Porträt zu sehen. Im Vordergrund sitzen Teilnehmende an einem Tisch mit Laptops und Getränken.

Barbara Fehr, Director Office Services von Ricoh Schweiz. (Source: zVg)

Als Beispiel dieser Bemühungen stellte Fehr das Angebot "Ricoh Docuware Swiss Cloud" vor. Das Angebotspaket beinhaltet die bereits zuvor verfügbare Dokumentenverwaltungslösung "Docuware", neu gehostet in Schweizer Rechenzentren, auf Infrastruktur von Lake Solutions. Es sei ein "intelligentes Dokumentenmanagement, aus der Schweiz, für die Schweiz", so Fehr. Ricoh könne von der Beratung über die Implementierung bis zum Betrieb der Lösung alles bieten. Kunden erhielten ein sicheres Cloud-Archiv samt Datenlagerung innerhalb der Landesgrenzen. Die Lösung ermögliche automatisierte Workflows und erfülle strenge Datenschutzvorgaben. "Kontrolle, Verlässlichkeit und eine lokale Ansprechperson", versprach Fehr. Zudem wird sie - zumindest in absehbarer Zukunft - mit einer eigenen KI-Assistenz ausgestattet. Dieses künftige Tool werde es Mitarbeitenden wesentlich erleichtern, das in verschiedenen Dokumenten abgelegte Wissen zu nutzen.

Printing bleibt wichtig

Dass Lake Solutions mehr bieten will als eine KI-Plattform, stellte CEO Walter Borgia klar. Sein Unternehmen arbeitet mit zahlreichen Partnern zusammen, die sich im Verlauf des Lake Innovation Days vorstellten. Die Stärke seines Unternehmens sei es, einen möglichen KI-Business-Usecase mit den richtigen Partnern zu verbinden. Zudem erarbeite Lake Solutions für seine Kunden den passenden Cyberschutz.

Das gemeinsame Credo der Gäste am Innovation Day war somit, dass eine Lösung an sich nicht reiche. Die Zukunft der Arbeit entstehe dort, wo Menschen, Technologie und künstliche Intelligenz sinnvoll zusammenwirken, brachte es Alps-Chef Tschudi auf den Punkt. "Unser Ziel ist es, Unternehmen auf diesem Weg mit konkreten Lösungen und messbarem Mehrwert zu begleiten."

Was nun Ricoh und seine Transformation angeht, so erzielt das Unternehmen den grösseren Teil seines Umsatzes nach wie vor im Printing-Geschäft. Die Verlagerung von Offset- zu Digitaldruck eröffne Druckdienstleistern neue Möglichkeiten für flexible Kleinauflagen, personalisierte Anwendungen und effizientere Prozesse, fasst das Unternehmen die aktuelle Entwicklung zusammen. Gleichzeitig würden Automatisierung und Nachhaltigkeit wichtiger. Deren gemeinsamer Nenner heisst Print on Demand. In der Schweiz habe Ricoh im Markt für High-End-Bogendrucksysteme einen Marktanteil von 66 Prozent. im Mid-Range-Segment liege der Anteil bei 40 Prozent.

 

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