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Unic setzt auf ein Open-Space-Konzept

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von Christoph Grau

Mitte März hat Unic sein neues Hauptquartier in Zürich Altstetten bezogen. In den neuen Räumlichkeiten setzte die Agentur auch ein neues Arbeitskonzept um. Mit Open Space soll die Kommunikation angeregt werden. Unic-CEO Markus Haschka und Office Managerin Melanie Isele gaben einen Einblick.

Anstelle von einzelnen Arbeitsräumen setzt Unic auf Grossraumbüros. Rückzugsräume (rechts) dienen Einzel- und Gruppenarbeiten. (Quelle: Netzmedien)
Anstelle von einzelnen Arbeitsräumen setzt Unic auf Grossraumbüros. Rückzugsräume (rechts) dienen Einzel- und Gruppenarbeiten. (Quelle: Netzmedien)

In den letzten Jahren ist Unic stark gewachsen. Weitere Stockwerke und Büros wurden im Laufe der Jahre dazugemietet. Ein Teil der Mitarbeitenden musste sogar auf der anderen Strassenseite einquartiert werden. Daher fällte die Geschäftsleitung vor zwei Jahren den Entschluss, neue Räumlichkeiten zu suchen. Gleichzeitig mit dem Umzug wollte Unic ein neues Arbeitskonzept einführen. Die Redaktion hat die Umsetzung des Projekts mit dem Arbeitstitel "Workplace2015+" im neuen Büro besichtigt.

Das Mitte März bezogene Büro in der Baslerstrasse 60 in Zürich Altstetten erstreckt sich neu über nur eine Etage. Gleich am Eingang befindet sich der Gemeinschaftsraum mit Sitzgelegenheiten, den Kaffeemaschinen und Kühlschränken. Dieser zentrale Begegnungsraum sollte einladend und heimisch wirken. Bei der Einrichtung habe Unic bewusst keine einheitlichen Möbel verwendet, sagt Office Managerin Melanie Isele. Die Tische und Stühle stammen laut Isele alle aus verschiedenen Brockenstuben.

Im Gegensatz zum alten Büro setzt Unic auf ein Open-Space-Konzept. Das Team arbeitet nun in einem Grossraumbüro zusammen. Damit soll der Kontakt und Austausch gefördert werden. In der Mitte dieses offenen Raumes befinden sich verschliessbare Kabinen. Diese können für Einzelarbeiten, Telefonate und Gruppenarbeiten genutzt werden. Ein Teil kann gebucht werden, andere sind für Ad-hoc-Einsätze reserviert.

Einbindung der Mitarbeitenden

Bei der Entwicklung des Open-Space-Konzepts wurden die Mitarbeitenden aktiv eingebunden. Um alle Personen abzuholen, wurden zunächst die Bedürfnisse der verschiedenen Gruppen in einer Onlineumfrage in Erfahrung gebracht. Rund zwei Drittel der Mitarbeitenden gaben Input. Auf Basis dieser Informationen definierte das mit dem Umzug betraute Projektteam verschiedene Nutzergruppen, etwa HR-Mitarbeitende, Entwickler oder Verkäufer. Mit massgeschneiderten Arbeitskonzepten sollte den Bedürfnissen der Gruppen entsprochen werden, sagt Isele.

Daraus folgte, dass etwa die HR-Abteilung kein separates Büro mehr hat, dafür aber eigens für sie reservierte Sitzungsräume. Der Verkauf arbeitet nach dem Desk-Sharing-Modell, da er nicht so häufig im Büro vor Ort ist. Hinzu kommen "Springerplätze" für Personen, die sonst in einer anderen Unic-Niederlassung arbeiten. Für Projekte stehen zwei Projekträume bereit. Auch nach dem Umzug entwickle sich das Arbeitsplatzmodell weiter, betont Isele. Gleich nach dem Umzug sei eine Umfrage gestartet worden, um das Feedback der Mitarbeitenden einzuholen. Auf dieser Basis soll der Arbeitsraum stetig weiterentwickelt werden. Viele Angestellte hätten es etwa begrüsst, dass nicht alle Glastüren und -wände der Besprechungsräume durch Folien "blickdicht abgeschottet" worden seien, sondern eine gewisse Transparenz herrsche, sagt Isele.

Freude überwiegt vor Befürchtungen

Von grossen Widerständen gegen das Projekt kann CEO Markus Haschka nicht berichten. Die Arbeitsbedingungen in den alten Räumlichkeiten seien von vielen Mitarbeitenden als nicht ideal empfunden worden. "Der Leidensdruck war schon sehr gross", sagt Haschka. Daher habe die überwiegende Mehrheit der Angestellten den Umzug und die Einführung des neuen Arbeitskonzepts begrüsst. Anstelle von Ablehnung hätte es eher "macht schneller!" geheissen, sagt Haschka weiter.

Mit dem neuen Arbeitskonzept will sich Unic auch auf die Anforderungen der neuen Arbeitswelt einstellen. Laut Haschka wird die Kollaboration immer wichtiger. Am neuen Zürcher Standort sei diese nun viel einfacher geworden. Auch für die zwischenmenschlichen Beziehungen sei der Umzug positiv gewesen, betont Isele. Es gebe viel mehr Räume, um sich zu treffen und sich kennenzulernen. Sie könne den Open-Space-Ansatz auch anderen IT-Unternehmen empfehlen. Gleichzeitig müsse es aber auch Rückzugsmöglichkeiten geben, fügt Haschka ergänzend hinzu.

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