Transformation zur Industrie 4.0

Instandhaltungsfrage beschäftigt Schweizer Unternehmen

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

In einer Studie hat sich Bearingpoint mit der Rolle der technischen Instandhaltung auseinandergesetzt. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 wird dieser Aspekt für Unternehmen immer wichtiger.

Das Beratungsunternehmen Bearingpoint hat die Rolle der technischen Instandhaltung für Schweizer Unternehmen untersucht. Für die Studie befragten die Autoren Vertreter von 51 instandhaltungsintensiven Unternehmen. Diese kamen mehrheitlich aus der Automobil- und Zuliefererbranche, Chemie und Pharma sowie aus dem Maschinenbau.

Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass Instandhaltungsfragen für sie eine hohe bis sehr hohe Bedeutung haben. Gerade durch die Transformation zur sogenannten Industrie 4.0, also der Digitalisierung aller Prozesse, könne in diesem Bereich erheblich eingespart werden. Laut Matthias Görtzen, Partner bei Bearingpoint, müssten Schweizer Unternehmen dieses Potenzial nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Zurückhaltender Einsatz von mobilen Technologien

Durch den Einsatz von datenbasierten Instandhaltungsstrategien liessen sich etwa Wartungstermine effizienter und vorausschauender planen. Viele Unternehmen würden laut Bearingpoint solche Ansätze schon nutzen, was sich in den mehrheitlich konstanten oder sogar gesunkenen Wartungskosten niederschlägt.

Bisher setzten aber erst 25 Prozent der Unternehmen mobile Lösungen für ihre Instandhaltungsprozesse ein. Dieser Wert sei aufgrund von Datenschutz- und Datensicherheitsbedenken so niedrig, schreiben die Studienautoren weiter. Etwa die Hälfte der Unternehmen beschäftige sich schon seit mehreren Jahren mit dem Einsatz von mobilen Technologien, habe sich aber bisher noch nicht zur Implementierung entschlossen.

Einsparungen durch BPM

Fast alle Unternehmen gaben an, dass die Optimierung ihrer Instandhaltungsprozesse ganz oben auf der Agenda steht. 57 Prozent setzen hierfür auf ein Business Process Management (BPM), um die Prozesse aktiv zu gestalten.

Laut den Studienautoren erwarten sie dadurch vor allem eine höhere Transparenz, eine bessere Instandhaltungsqualität sowie schlankere Prozesse. In einer anderen Studie mit dem Titel: "Mit Business Process Management fit für die digitale Zukunft" stellte Bearingpoint fest, dass in diesem Bereich noch viel Einsparpotenzial brachliege.

Die Implementierung dieser Prozesse erfordere jedoch Ausdauer von den Unternehmen - und sie sollten möglichst früh beginnen. "Unternehmen sollten nicht lange abwarten, sondern sich proaktiv mit den relevanten Themen befassen", brachte es Bearingpoint-Partner Frank Duscheck auf den Punkt.

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