BUWAL veröffentlicht neue Studie über Elektrosmog
Eine neue Literaturstudie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel im Auftrag des BUWAL zeigt: Die Datenlage zur Abschätzung der gesundheitlichen Folgen hochfrequenter Strahlung ist weiterhin ungenügend. Insgesamt haben die Autoren über 200 wissenschaftliche Studien ausgewertet, die sich damit befassen, wie sich die hochfrequente Strahlung von Sendeanlagen und mobilen Geräten auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen auswirkt. Neue gesicherte gesundheitliche Auswirkungen durch hochfrequente Strahlung gibt es laut der Studie nicht. Gesicherte Auswirkungen, die man schon lange kennt, sind das sogenannte Mikrowellen-Hören und die Interferenz mit technischen Geräten, zum Beispiel Herzschrittmachern oder Hörimplantaten. Als wahrscheinlich, aber nicht gesichert eingestuft wurden Wirkungen auf die Hirnströme und auf kognitive Funktionen. Solche Wirkungen wurden beim Telefonieren mit Handys beobachtet, nicht jedoch im Zusammenhang mit Mobilfunksendern. Ihre Bedeutung für die Gesundheit bleibe allerdings unklar. Als möglich eingeschätzt wird ein erhöhtes Hirntumorrisiko bei häufigem Telefonieren mit dem Handy. Die entsprechenden Studien sind jedoch widersprüchlich. Ebenfalls als mögliche Effekte einzustufen sind ein erhöhtes Leukämierisiko oder eine verschlechterte Schlafqualität in der Umgebung von starken Rundfunk-Sendern. Diese Einschätzung basiert auf vereinzelten, nicht widerspruchsfreien Hinweisen.
Bei vielen Befunden lässt sich gemäss der Studie nicht sagen, ob Strahlung tatsächlich die Ursache für Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche sei. Die Autoren der Studie empfehlen daher einen vorsorgeorientierten Umgang mit hochfrequenter Strahlung und eine verstärkte Erforschung der gesundheitlichen Wirkungen. Das BUWAL hat beim Bundesamt für Bildung und Wissenschaft einen Vorschlag für ein entsprechendes Nationales Forschungsprogramm eingereicht. Der Anfang Jahr von Swisscom Mobile, Orange, Sunrise und anderen Unternehmen gegründete Verein Forum Mobil schliesst aus der Literaturstudie des BUWAL, dass kein Grund für Angst vor Mobilfunk bestehe. Die Studie lege dar, dass häufiger Handygebrauch und gesundheitliche Probleme einen wahrscheinlichen Zusammenhang haben, dass die oft geschmähten Mobilfunkantennen aber nicht die Ursache von Krankheit und Störungen seien. Die Studie zeichne insofern ein beruhigendes Bild, als trotz intensiver Forschung keine gesicherten Zusammenhänge zwischen Mobilfunk und schweren Gesundheitsproblemen vorlägen.
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