Amitelo der Anlegermanipulation verdächtigt
Das an der Frankfurter Börse im Segment „Entry Standard“ kotierte Kommunikationstechnologie-Unternehmen Amitelo mit Geschäftssitz in Zürich steht unter Verdacht, sich mit falschen Geschäftserfolgen zu schmücken und damit Anleger zu täuschen. Dies berichtete das ZDF-Magazin „Frontal 21“ am Dienstag.
Das Unternehmen, das Telefongeschäfte und Internetverbindungen vermittelt, betreibe nach eigenen Angaben 13 Filialen auf 4 Kontinenten. Ein Besuch des ZDF-Reporters am Holding-Sitz in Zürich und in der spanischen Enklave Ceuta in Nordafrika, wo sich die operative Zentrale befände, zeigte, dass die dort gemieteten Büros nicht wirklich besetzt sind.
Im südspanischen Malaga, einem der wichtigen Märkte des Unternehmens, gibt der Reporter vor, eine Telefonanlage kaufen zu wollen. Ein Mitarbeiter bescheidet ihm darauf, dass man ihm wegen Problemen mit der Technik zurzeit keine Telekommunikationsanlage verkaufen könne. „Was wir hier finden, erinnert uns eher an ein Garagenfirma als an ein Hightech-Unternehmen in der Telekommunikation“, berichtet Reporter Herbert Klar.
Eine ehemalige spanische Amitelo-Managerin erklärt daraufhin, dass die im Oktober 2006 publizierte Mitteilung, Amitelo habe Aufträge in Kolumbien erhalten, nicht zutreffe. Man sei in jener Zeit zweimal in Kolumbien gewesen, Verträge seinen aber nie unterzeichnet worden. Das ZDF umschreibt die Situation mit den Worten, man habe hingeschaut und des Kaisers neue Kleider gefunden.
Gestern Abend hat die Amitelo AG schriftlich gegen die Vorwürfe Stellung genommen. Das Büro in Zürich sei zwar nicht ständig besetzt, doch würden dort regelmässig zwei Mitarbeiter arbeiten. In Ceuta sei weder die operative Zentrale noch das Technikzentrum. Die Amitelo AG habe das ZDF informiert, dass die Amitelo Technology SL über ein Entwicklungszentrum in Tanger/Marokko verfüge. Die Amitelo International Ceuta SL sei eine weitere Holdinggesellschaft mit drei Mitarbeitern.
Die Aufnahmen in Malaga bei Amitelo Wireless zeigen gemäss Amitelo die Werkstatt des Unternehmens, wo Antennen getestet werden. Die Passage sei grob verfälschend. Amitelo liefere gar keine klassischen Telefonanlagen für Hotels, sondern vielmehr Breitbandanschlüsse und Gesprächsvermittlungen über IP-Verbindungen. Das ZDF habe ein Produkt nachgefragt, das Amitelo gar nicht anbiete.
Die Aussagen der ehemaligen Mitarbeiterin zu den Verträgen in Kolumbien seien unwahr. Die Amitelo Carrier SL habe einen Vertrag mit einem kolumbianischen Unternehmen abgeschlossen hat.
Die deutsche Börsenaufsicht, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, ermittelt nun gegen Amitelo wegen Verdachts der Marktmanipulation.
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