Auch Orange klagt gegen Swisscoms Entbündelungsangebote
Nach Sunrise und Cablecom klagt nun auch Orange gegen Swisscom wegen derer Umsetzung der Entbündelung der Letzten Meile. Im Fokus der Klage bei der Eidgenössischen Kommunikationskommission (Comcom) steht der monatliche Zugangspreis für den Teilnehmeranschluss. Orange qualifiziert die von Swisscom verlangten 31 Franken als „exorbitant“ und nicht kostenorientiert. Aufgrund von markt- und branchenüblichen Vergleichswerten in den EU-Ländern sei ein Zugangspreis von 13,99 Franken angebracht, so der Telco. Aber auch die Mietpreise für die Nutzung der Anschlusszentralen verstossen nach Ansicht Oranges gegen den Willen des Gesetzgebers. Hier verlangt Swisscom 52,15 Franken pro Quadratmeter, was viel zu hoch sei. Zudem verweigere der Ex-Monopolist den anderen Anbietern den Zugang zu den Quartierverteilern und stelle unzulässige Bedingungen für den Zugang zu den Anschlusszentralen.
Eine echte Liberalisierung der Letzten Meile werde von Swisscom auf diese Weise blockiert. Orange ersucht die Comcom deshalb, die Kostenorientiertheit der Zugangs- und Mietkosten zu überprüfen und aufgrund markt- und branchenüblicher Vergleichswerte neu festzulegen.
Orange hat vor wenigen Monaten bereits eine Klage gegen Swisscom wegen des Handy-ADSL-Angebots eingereicht, bei dem auf einen Teilnehmeranschluss verzichtet werden kann.
Über Lust und Frust mit Swisscoms ULL-Angebote unterhielt sich die Netzwoche jüngst mit Ramón Amat. Auch der Cyberlink-CEO beklagt sich über ein anhaltend destruktives Verhalten des ehemaligen Monopolisten. Das Interview lesen Sie in der aktuellen Netzwoche Nr. 37.
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