Behindert SAP den Wettbewerb im Wartungsmarkt?
SAPs neues Supportmodell sorgt weiter für Zündstoff. Nachdem die IG SAP Wartung im Februar die Wettbewerbskommission eingeschaltet hatte, wirft sie SAP nun vor, auch den Wartungsmarkt bei den Systemhäusern zu kontrollieren und damit den Wettbewerb zu unterbinden.
Zu diesem Schluss kam die Interessengruppe nachdem sie eine Ausschreibung für die Erbringung der Wartung ihrer Systeme an sechs SAP-Systemhäuser geschickt hatte. Zwar bekundeten alle sechs Unternehmen Interesse an dem Auftrag, jedoch konnte keines ein verbindliches Angebot machen.
Die IG gibt deshalb an, dass SAP via der Partnerverträge Einfluss auf die Systemhäuser nehmen kann und deshalb nicht genug Handlungsspielraum bestehe, um ein entsprechendes Angebot zu machen. Zum Beispiel schreibe SAP den Partnern eine Wartungskostenbasis von prospektiven 22 Prozent vor. Bei Missachtung drohe ihnen die Kündigung ihres Partnervertrages und damit der Entzug der Existenzgrundlage.
Ausserdem betreibe SAP das Wartungsgeschäft für Firmen ab 200 bis 500 Millionen Franken Umsatz selber und es gebe in diesem Marktsegment keinen Wettbewerb und keine Alternativen. Deshalb kommt die IG SAP Wartung zu dem Schluss, dass SAP den Markt bestimmt und den Markteintritt für Drittanbieter behindert.
Um diese Aussage zu überprüfen, hatte die IG bereits ein Gutachten durch Professor Rolf H. Weber vom Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich zuhanden der Weko erstellen lassen. Dieses kam zu dem Schluss, dass die Software-Wartung ein selbständiger Sekundärmarkt sei. Demzufolge kann SAP hier also auch eine marktbeherrschende Stellung haben. Mit der nachfolgend erstellten Ausschreibung will die IG nun nachweisen, dass SAP mit der Erhöhung der Wartungsgebühren eine marktbeherrschende Stellung ausnützt.
SAP-Sprecher Holger Rungwerth weist diese Vorwürfe zurück. SAP respektiere die Vertragsfreiheit seiner Partner und nehme auch keinen Einfluss auf deren Preisgestaltung, so Rungwerth gegenüber dem Netzticker. Ausserdem sei es schwierig von einem Wartungsmarkt Schweiz zu sprechen, da auf diesem Gebiet eine Vielzahl internationaler Firmen tätig seien. Ob die Weko ein Verfahren gegen SAP eröffnet ist zurzeit noch unklar. Bei SAP rechnet man frühestens im Herbst mit einer Entscheidung.
Die Auseinandersetzung zwischen der Interessengruppe und SAP beruht darauf, dass SAP die Standard-Supportverträge abschaffen und durch ein teureres Modell, den sogenannten „Enterprise Support“, ersetzen will. Der IG SAP Wartung gehören mittlerweile 50 Mitglieder an.
CNO Panel 2026
Warum wir Sinnhorizonte besser verstehen sollten
Uhr
Umfrage von Red Hat
Nur 4 von 10 Schweizer CIOs kennen ihre Software-Lieferkette wirklich
Uhr
KI-Sichtbarkeit
Diese Schweizer Hochschulen empfiehlt KI am häufigsten
Uhr
Personalumbau im Zuge von KI-Investitionen
Microsoft will 60'000 Mitarbeitende mit Abfindungen zum Austritt bewegen
Uhr
Digital Sovereignty Report 2026
So sehen CISOs die digitale Souveränität
Uhr
Vor Börsengang
Update: Anthropic nennt Zahlen zu seinen Investitionsverpflichtungen
Uhr
Neue Geräte von Apple
Apple setzt mit neuem Macbook Pro auf lokale KI
Uhr
Fachbeitrag von Swisscom
Digitale Souveränität: Kontrolle ohne Abschottung
Uhr
Agent Guard
Exeon-Lösung erkennt auffälliges Verhalten von KI-Agenten
Uhr
Genre-Hopping einer Internet-Ikone
Nyan Cat mal anders
Uhr