Die Post betreibt Informatik-Offshoring in Indien

Uhr | Aktualisiert
Die Schweizerische Post beschäftigt derzeit acht indische Computerspezialisten des Offshore-Software-Unternehmens Datamatics. Dies bestätigte Post-Sprecher Alex Josty der Sonntagszeitung. Es handle sich dabei um einen Versuch, der von höchster Ebene begleitet wird, so die Sonntagszeitung. Postfinance-Chef Jürg Bucher habe im Januar das auf industrielle Finanz- und Fabrikationslösungen spezialisierte Unternehmen in der Nähe von Bombay besucht. Die SoZ suggeriert, dass insbesondere die 400 Informatik-Arbeitsplätze bei Postfinance durch Offshoring-Pläne bedroht sind. Auf die Frage, was bei positivem Verlauf des "Versuchs" passiere, habe die Post ausweichend geantwortet. Gegenüber der sda erklärte Josty, dass die bisher vier Informatikstützpunkte von Postfinance auf deren zwei zusammengelegt werden. Der Stützpunkt Lausanne wird mit dem in Zollikofen (BE) fusioniert, und jener in Aarau mit Zürich. Von der Umstrukturierung seien 34 Stellen betroffen, allerdings werde niemand entlassen, so Josty gegenüber der sda. Derweil spricht die Sonntagszeitung von 70 Stellen, die abgebaut würden, da in Lausanne neben der Informatikabteilung auch der Bereich Help Desk betroffen sei. Postfinance arbeite seit zwei Jahren mit einem indischen Unternehmen zusammen, erklärte Josty gegenüber der sda. Es handle sich um einen Auftrag, der zuvor in der Schweiz fremdvergeben worden sei. Billigere Preise und gute Qualität seien Gründe für den Wechsel. Es sei mittel- bis langfristig denkbar, dass weitere ausgelagerte Projekte von Postfinance nach Indien vergeben würden, so Josty. Die Schweizerische Post habe aber nicht die Absicht, eigene Arbeitsplätze nach Indien zu verlegen. Ein Zusammenhang mit der Zusammenlegung von Informatik-Stützpunkten und dieser Vergabe bestehe nicht. Josty: "Das sind völlig andere Jobs."