Die Weko droht Swisscom mit Busse wegen zu hohen ADSL-Preisen
Swisscom missbraucht seine Marktstellung bei den Preisen für Breitbandinternet. Zu diesem Schluss kommt das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Weko). Swisscom lege anderen Fernmeldedienstanbietern für das Vorleistungsangebot Preise fest, die im Vergleich zu den Endkundenpreisen zu hoch seien. Nach Ansicht der Weko verstösst die Swisscom so gegen das Kartellgesetz. Die hohen Vorleistungspreise seien auch schuld an den zu hohen ADSL-Preisen in der Schweiz. Gemäss Weko-Antrag soll Swisscom nun rund 237 Millionen Schweizer Franken an Bussgeldern zahlen.
Swisscom hat unterdessen den Vorwurf des Weko-Sekretariats zurückgewiesen. Das Unternehmen wolle den Verfügungsentwurf der Weko prüfen und sei über Inhalt und Zeitpunkt des Antrags „befremdet“, da ein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Klärung eines allfälligen Marktmonopols von Swisscom hängig sei. Ebenfalls bezweifelt Swisscom, dass die Weko in Fällen wie diesen überhaupt befugt ist, Sanktionen auszusprechen.
Swisscom-Konkurrent Sunrise begrüsst hingegen den Antrag des Weko-Sekretariats. In einem Kommentar bezeichnet Sunrise das Verhalten von Swisscom als „illegal“. Man hoffe auf eine angemessene Strafe. Zudem erwartet Sunrise, dass nun die Wiederverkaufspreise deutlich gesenkt werden. Nachdem das Unternehmen mit ADSL jahrelang Verluste eingefuhr, hofft es nun, in die schwarzen Zahlen zu kommen.
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