Fantastic wirft das Handtuch
Fantastic geht in Liquidation. Offenbar ist es dem Unternehmen nicht gelungen, die nötigen zusätzlichen Investoren zu finden. "Das Ziel, zehn Millionen Franken Kapital aufzutreiben, muss erfüllt sein, sonst wird liquidiert", erklärte CEO und Fantastic-Gründer Peter Ohnemus vor einem Monat in einem Interview mit der Netzwoche. Da Fantastic nach wie vor schuldenfrei ist, schlagen Management und Verwaltungsrat an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 20. Januar den Aktionären eine ordentliche Schliessung vor. Dabei sollen die bestehenden Anlagewerte einschliesslich der Unternehmensteile in den USA, der Produkte, Patente und Lizenzen veräussert werden. Trotzdem sei davon auszugehen, dass nach erfolgter Liquidation keine bedeutenden Mittel zur Ausschüttung an die Aktionäre zur Verfügung stehen werden, heisst es in der Presseerklärung von gestern Montag. Betroffen von der Schliessung sind sechzehn Mitarbeiter in der USA und die zwei verbleibenden in Zug. "Die hohen UMTS-Lizenzgebühren haben einen grossen Teil des Investitionspotenzials aus der europäischen Telekommunikationsindustrie abgezogen", lässt sich Ohnemus in der Presseerklärung zitieren. Und weiter: "Nach dem Kollaps der Telekommunikationsindustrie brach der Markt für Breitbandprodukte zusammen. Wir erwarten heute, dass es für Breitbandprodukte sowie für die neuen eCDN-Lösungen für grosse Unternehmen in ein bis zwei Jahren eine verstärkte Nachfrage geben dürfte. Leider ist es uns in den letzten Monaten und Wochen nicht gelungen, Investoren zu finden, die bereit gewesen wären, diese Zeit zu überbrücken."
Anlässlich einer Pressekonferenz im Februar zu den Geschäftszahlen 2002 und der damals eingeschlagenen Neuausrichtung auf den Markt für Enterprise Content Delivery Networks in den USA erklärte der damalige CEO Alain Bandle, dass dieses Jahr das Jahr der Entscheidung für Fantastic werde. Fantastic gab sich damals eine Überlebenschance von fünfzig Prozent.
Ohnemus gründete Fantastic 1996. 1999 liess sich das Unternehmen an der Frankfurter Börse kotieren. Der IPO brachte Fantastic rund 140 Millionen Dollar - im September verfügte das Unternehmen noch über liquide Mittel von 6,34 Millionen Dollar. Zu seinen besten Zeiten zählte Fantastic rund 320 Mitarbeiter.
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