Gewerkschaft kritisiert Swisscom wegen Überstunden
Die Gewerkschaft Kommunikation kritisiert in einem Schreiben, dass das Swisscom-Management seine Arbeitnehmer mit der neuen Strategie und dem Anspruch, stets beste Dienstleistungen zu liefern, ausnutzt. Die im Gesamtarbeitsvertrag gesetzlich geregelten Tages- und Wochenhöchstarbeitszeiten würden regelmässig übertreten. Die Gewerkschaft fordert deshalb die sofortige Wiederherstellung korrekter Arbeitsbedingungen.
Betroffen seien vor allem die Mitarbeitenden von „Field Service“, die bis spät abends für die Installation von Bluewin-TV oder für eine Störungsbehebung im Einsatz stünden. Hinzu komme, dass Swisscom derzeit nur ein Minimum an Mitarbeitenden beschäftige. Seit bekannt ist, dass Swisscom auch in diesem Jahr wieder drei bis fünf Prozent der Stellen abbauen will, hätten viele Mitarbeitende Angst und würden die Überstunden hinnehmen, kritisiert die Gewerkschaft weiter.
Man habe bereits im März Swisscoms Personalchef eine Resolution übergeben, die auf diese Missstände hinweist und eine Wiederherstellung korrekter Arbeitsbedingungen verlangt. Leider habe dieser Fingerzeig nicht überall gewirkt. In der Zwischenzeit habe sich die Gewerkschaft dank Recherchen und zahlreichen Kontakten mit betroffenen Mitarbeitenden unter anderem bei Swisscom Fixnet selbst einen Einblick verschaffen können: Dieser belege, dass die an die Gewerkschaft herangetragenen Verfehlungen der Realität entsprechen und nur die Spitze des Eisbergs darstellen würden, so die Gewerkschaft Kommunikation.
Gegenüber dem Nachrichtendienst AWP bestätigte Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus, dass man nicht ausschliessen könne, dass gewisse Mitarbeiter wegen der Lancierung von Bluewin-TV oder aufgrund von Störungsbehebungen von Überstunden betroffen seien. „Wir weisen aber den Vorwurf der Gewerkschaft zurück, dass es sich dabei um ein illegales Ausnützen handelt“, sagte Neuhaus. Man sei dabei, die tatsächliche Zahl der Überstunden zu untersuchen. Falls wirklich massiv Überstunden gleistet werden müssten, werde man intervenieren, versicherte Neuhaus.
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