Good News von Microsoft - auch für Kritiker?

Uhr | Aktualisiert
Der Softwareriese Microsoft hat gestern seine Erwartungen für das vierte Geschäftsquartal aktualisiert. Die Gates-Company geht nun von einem Umsatz von 6,5 bis 6,6 Milliarden Dollar aus gegenüber früher erwarteten 6,3 bis 6,5 Milliarden. Dies ist ein sehr gutes Ergebnis, haben doch in den letzten paar Monaten viele Beobachter immer wieder auf allfällige Probleme Microsofts beim Absatz der Software im stagnierenden PC-Markt hingewiesen. Getrübt wir das Bild jedoch durch Abschreibungen von Investitionen im Kabel- und Telekommunikationsbereich in der Höhe von 2,6 Milliarden. Aufgrund der hohen Abschreibungen ergibt sich ein Gewinn von nur mehr einem Cent pro Aktie. Frühere Schätzungen beliefen sich auf etwa 42 Cents. Die definitiven Zahlen für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr will der Redmonder Riese am 19. Juli bekannt geben. Ebenfalls gestern hatte Microsoft Änderungen in der Lizenzierungspolitik gegenüber OEM-Partnern angekündigt. Computerhersteller erhalten damit grössere Freiheiten bei der Vorinstallation der Windows-Betriebssysteme. Insbesondere sollen die Verknüpfungen zum Internet Explorer im Start-Menü entfernt werden können, und die Add/Remove-Funktion in Windows XP soll nun auch auf den Explorer anwendbar sein. Laut der Pressemeldung aus Redmond reagiert das Unternehmen damit auf das Urteil des Berufungsgerichtes vom 28. Juni. Das Gericht hatte die Zerschlagung Microsofts zwar abgelehnt, die Integration des Explorers in das Betriebssystem aber dennoch als illegal bezeichnet. Die zur Schau gestellte Einsicht Microsofts kommt allerdings ziemlich spät, steht der Internet Explorer doch mittlerweile ohne starke Konkurrenz da. Die angekündigten Massnahmen kann die Gates-Company also ohne Angst umsetzen. Dass sich die Einsicht aber auch auf die Integrationspläne für den Messenger ausdehnt, ist kaum anzunehmen: Dort gäbe es für Microsoft noch immer etwas zu verlieren.