Nokia versucht finnische Regierung zu erpressen
Gemäss einem Bericht der finnischen Tageszeitung „Helsingin Sanomat" versucht Nokia den finnischen Staat dazu zu zwingen dem Unternehmen weitgehende Überwachungsrechte per Gesetz zuzugestehen. Sollte der Handyhersteller keine Befugnisse zur E-Mail-Überwachung seiner Mitarbeiter erhalten hat er mit Abwanderung ins Ausland gedroht. Dieser Schritt würde den Verlust von 16000 Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro bedeuten.
Hintergrund der Affäre ist angeblich die Weitergabe von Firmengeheimnissen an einen chinesischen Konkurrenten 2005. Nokia hatte daraufhin illegal den E-Mail-Verkehr von Mitarbeitern inklusive privater Nachrichten überwacht. Diese Aktivitäten gelangten damals an die Öffentlichkeit und sorgten für Schlagzeilen. Gemäss dem Zeitungsbericht hat der Konzern unmittelbar darauf begonnen via Lobbyarbeit auf ein entsprechendes Gesetz hinzuarbeiten, über dessen Inkraftsetzung bald abgestimmt werden soll. Finnische Verfassungsexperten und Kritiker sehen in der geplanten Neuregelung des Informationsschutzgesetzes für elektronische Daten mehrere Verstöße gegen Grundrechte und Datenschutzbestimmungen.
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