PeopleSoft kämpft gegen Übernahme durch Oracle
Nur gerade vier Tage, nachdem der ERP-Software-Entwickler PeopleSoft die Übernahme des Konkurrenten J.D. Edwards bekannt gegeben hatte (der NetzwocheTicker berichtete am 3. Juni), liess Oracle vergangenen Freitag verlauten, man plane seinerseits eine feindliche Übernahme von PeopleSoft. 16 Dollar pro Aktie will Oracle, der mit 11 Milliarden Dollar Umsatz in 2002 zweitgrösste Software-Konzern, den bisherigen Wertpapierbesitzern bieten. Insgesamt entspricht dies einem Kaufpreis von 5,1 Milliarden Dollar. Das Angebot soll von heute Dienstag an wirksam werden, die Übernahme der Mehrheit soll bis Ende Juli erfolgen. Gar nicht erfreut über die Entwicklung ist man bei PeopleSoft: Als eine Zirkusnummer“ bezeichnete PeopleSoft-Chef Craig Conway das Angebot gegenüber der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag“. Rechtliche Schritte gegen Oracle würden erwogen. Oracles Ziel sei es, so Conway weiter, PeopleSoft zu schaden und die Übernahme von J. D. Edwards zu verhindern. Durch den Zusammenschluss von PeopleSoft und J. D. Edwards entstünde nach SAP das zweitgrösste Unternehmen für ERP-Lösungen mit einem geschätzten Umsatz von 2,8 Milliarden Dollar – Oracle würde damit auf Platz drei verwiesen werden. Von Beobachtern wird das feindliche Übernahmeangebot von Oracle-CEO Larry Ellisson deshalb als Racheakt verstanden. Die Financial Times Deutschland sieht im Vorstoss des Haudegens der Software-Branche das Ziel, PeopleSoft zu zerstören und den Primus bei Business-Software SAP anzugreifen. In einer Mitteilung vom Freitag rät PeopleSofts Unternehmensführung ihren Aktionären, nichts zu unternehmen, bis eine offizielle Empfehlung zu Oracles Offerte ausgearbeitet sei.
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