Südeuropa und die digitale Kluft der Geschlechter

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Derzeit verfügen in Westeuropa insgesamt 18,7 Millionen Internetkonsumenten über einen Breitbandanschluss, 52,5 Millionen Surfer sind über ein Modem mit dem Internet verbunden. Generell sind acht Prozent mehr Männer als Frauen Internet-User. Dies ergab eine in Asien, Europa, Lateinamerika und in den USA durchgeführte Studie "World Internet Project" der Universität UCLA (Los Angeles). Besonders deutlich zeichnete sich die "digitale Kluft der Geschlechter" in den südeuropäischen Ländern ab. So sind in Italien 41,7 Prozent der Männer, aber nur 21,5 Prozent der Frauen aktiv im Internet. Auch in Spanien surfen nur gerade 27,2 Prozent der Frauen, während 46,4 Prozent der Männer im Internet navigieren. In Vergleich dazu weisen die USA, Schweden oder Taiwan mit 4,1 respektive 3,3 und 1,6 Prozentpunkten nur eine kleine Differenz zwischen dem Internetzugang von Frauen und Männern auf. Generell, so die Studie, weise das Online-Verhalten über den ganzen Globus hinweg jedoch ähnliche Muster auf. So reduziere der Internet-Gebrauch den Konsum des Fernsehens, habe jedoch keinen negativen Einfluss auf das soziale Leben. Internet-Informationen würden ausserdem von einem Grossteil der User als genau und verlässlich angesehen. Trotz einer bestehenden digitalen Graben zwischen den Ärmsten und den Reichsten dieser Welt weist die Studie eine erstaunlich hohe Internet-Nutzung auch bei den ärmsten Schichten aus: So haben in der Hälfte der 14 untersuchten Ländern immerhin 20 Prozent der Ärmsten Zugang zum Internet. In den USA verfügen heute 71,1 Prozent der Haushalte über einen Internetanschluss. Marktforscher prophezeien auch Europa einen rasanten Zuwachs: Bis zum Jahre 2007 soll die Zahl der Breitbandanschlüsse in Mittel- und Westeuropa die 50 Millionen-Marke erreichen und der Anteil der Haushalte mit Internetanschluss von 44 Prozent auf 52 Prozent steigen, so dass Marktforschungsinstitut IDC. Diese Studie schweigt sich jedoch darüber aus, ob die Explosion der Breitbandanschlüsse einen ebenso fulminanten Anstieg der weiblichen, südeuropäischen Surfer zur Folge hat.