Swisscom steigerte den Umsatz 2008 um 10 Prozent auf 12,2 Milliarden Franken. Der Gewinn sank um 15,5 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken. Das entspricht einem Minus von 320 Millionen Franken. Der Umsatzanstieg geht vor allem auf das Konto von Fastweb, während der Gewinneinbruch im Wesentlichen aus Sondereffekten resultierte. Letzteres vor allem aufgrund der im zweiten Quartal 2008 erfassten Rückstellung von 126 Millionen Franken für den frühzeitigen Ausstieg aus Crossborder-Lease-Vereinbarungen und den im Vorjahr erfassten Gewinn von 162 Millionen Franken aus der Veräusserung von Tochtergesellschaften, der einen einmaligen Sondergewinn in die Kasse gespült hatte. Ohne Fastweb stieg der Nettoumsatz um 40 Millionen Franken, was etwa 0,4 Prozent entspricht.
Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer stieg im Vergleich zum Vorjahr um netto 363'000 (plus 7,2 Prozent) auf 5,4 Millionen. Der mit neuen Mobilfunkdatendiensten (ohne SMS) erzielte Umsatz stieg innert Jahresfrist um 32 Prozent auf 379 Millionen Franken. Die durchschnittliche Anzahl Minuten pro Mobilfunkteilnehmer und Monat (AMPU) stieg im gleichen Zeitraum um 3,6 Prozent auf 114 Minuten, der im Durchschnitt monatlich erzielte Umsatz (ARPU) sank auf Grund von Preissenkungen um 8,8 Prozent auf 52 Prozent.
Die Festnetz-Breitbandkommunikation verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein anhaltendes Wachstum: Die Zahl der DSL-Breitbandanschlüsse stieg insgesamt um 154'000 (plus 9,6 Prozent) auf 1,76 Millionen. Der Steigerung bei den Retail-Breitbandschlüssen um 13,8 Prozent stand ein Rückgang bei den Breitbandanschlüssen anderer Anbieter von 1,6 Prozent gegenüber.
Ende 2008 verzeichnete Bluewin TV 118'000 Kunden, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die durchschnittlichen Einmalkosten pro Neukunde inklusive Installation und Geräte konnten mit der Einführung von Selbstinstallationen stark gesenkt werden.
Bei den übrigen operativen Segmenten konnte Swisscom, bereinigt um die Änderungen im Konsolidierungskreis, den Umsatz mit externen Kunden hauptsächlich als Folge des Wachstums im Drittmarktgeschäft von Swisscom IT Services sowie bei den internationalen Aktivitäten von Hospitality Services deutlich steigern.
Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende von 19 Franken (Vorjahr 18 Franken) vorgeschlagen. Mit der gewählten Ausschüttung soll die Nettoverschuldung rascher als geplant reduziert werden. Swisscom hat 2008 in der Schweiz 1,3 Milliarden Franken in Infrastruktur investiert und in den letzten drei Jahren über 700 neue Arbeitsstellen geschaffen. Für das Geschäftsjahr 2009 erwartet Swisscom ohne Fastweb einen Nettoumsatz von 9,2 Milliarden bis 9,3 Milliarden Franken. Für Fastweb wird mit einem Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro gerechnet.
Noch hängen aber diverse Schwerter über dem Kopf des Unternehmens. Im ersten Halbjahr 2009 ist eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über eine von der Wettbewerbskommission verhängte Busse in Höhe von 333 Millionen Franken fällig. Swisscom wurde wegen angeblich überhöhter Terminierungsgebühren für die Vermittlung von Anrufen in sein Mobilnetz belangt. Ausserdem wurde Swisscom von der Weko zur Zahlung einer Strafe von 237 Millionen Franken aufgrund Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung bei ADSL-Leistungen verdonnert. Swisscom vertritt allerdings die Einschätzung, dass diese Bussen in letzter Instanz keine Chance haben werden.
Ebenfalls offen ist die Entwicklung im Bereich Glasfaser. Obwohl Swisscoms Multifaserstrategie von vielen Stellen kritisch beäugt wird, gab das Unternehmen heute an, sich mit 30 Stadtwerken in Gesprächen zu befinden. Nur ein Stadtwerk sei derzeit kategorisch nicht interessiert.