Telecom-Monopolisten jammern gegen Monopolbedrohung
Swisscom, Sunrise, Cablecom und Colt starteten eine gemeinsame Kampagne gegen die Pläne des Zürcher Elektrizitätswerks (EWZ), in Zürich ein eigenes Glasfasernetz zu bauen. Am 11. März stimmt die Stadtzürcher Bevölkerung über einen 200-Millionen-Kredit für das EWZ ab, damit dieses auf städtischem Boden ein eigenes Glasfasernetz aufbauen und betreiben kann. In einer ersten Etappe würden in den nächsten sechs Jahren 4'000 Unternehmen und rund 13'000 Haushaltungen mit dem Netz erschlossen.
Die vier Telcos argumentieren auf der für die Kampagne eingerichteten Website, dass von einem solchen Glasfasernetz nur zehn Prozent der Bevölkerung profitieren, aber alle dafür bezahlen müssten. Zudem sei Zürich bereits vernetzt. Der Wettbewerb spiele in Zürich bestens, ein städtisches Netz würde nur den Wettbewerb verzerren.
Aussenstehende Betrachter mögen sich über die Allianz dieser vier sich sonst konkurrenzierenden Telcos wundern. Offenbar fürchten die Telcos aber die Pläne des EWZ genug, um alle Animositäten untereinander (zumindest bis zur Abstimmung) unter den Teppich zu kehren. Pikant an dieser Kampagne ist zudem, dass Swisscom und Cablecom in ihren Sparten selbst eine monopolartige Stellungen inne haben.
Vertiefende Informationen, auch beispielsweise zu den WLAN-Plänen der öffentlichen Hand in Luzern und St. Gallen, können Sie in der Netzwoche 3/07 vom 24. Januar nachlesen.
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