Wie viel Daten sammelt Facebook wirklich?

Uhr | Aktualisiert
von fgr@netzwoche.ch
In einem Blog-Posting von gestern Mittwoch entschuldigt sich Facebook-CEO Mark Zuckerberg bei den Mitgliedern für das neue Werbefeature Beacon: „Wir machten viele Fehler beim Bau dieses Features, wir machten aber noch viel mehr beim Versuch, diese zu lösen“, schreibt er. Beacon löste einen Sturm von Protesten aus, weil das Feature die Daten der Mitglieder sammelt, auch wenn sich diese ausserhalb der Plattform bewegen: Wenn ein Mitglied bei einem der Partner von Facebook etwas kauft, wird der gesamte Facebook-Freundeskreis darüber informiert, zusammen mit Werbung für die genutzte Site. Weil Mitglieder dies nur über ein Opt-Out verhindern konnten, begann eine Reihe von Datenschutzvereinigungen zu intervenieren. Letzte Woche änderte Facebook Beacon in ein Opt-In-System, gestern nun gab Zuckerberg bekannt, dass Mitglieder Beacon ganz abschalten können. Die Datenschützer sind allerdings noch nicht ganz beruhigt: „Die grosse Frage ist: Werden die werbenden Unternehmen die Gesetze fürs Internet schreiben oder werden diese neuen Social Networks unsere Privatsphäre schützen?“ fragt sich gegenüber Cnet etwa Adam Green, Sprecher der Datenschutzorganisation Move On, die sich mit einer Petition gegen Beacon wehrte. Und Jeff Chester, CEO des Datenschutzverbandes Center for Digital Democracy, glaubt, dass Zuckerberg nicht ehrlich sei: „Beacon ist nur ein Aspekt der massiven Datensammlung und dem Verfolgen von Benutzeraktivitäten durch Facebook.“ So haben etwa Sicherheitsexperten von CA festgestellt, dass Facebook Daten sammelt, auch wenn ein Mitglied die Opt-Out-Option gewählt hat oder gar bei Facebook ausgeloggt ist und auf Partnersites surft.