Schweizer Rechenzentren vergeuden viel Energie
Schweizer Rechenzentren können noch viel Energie einsparen. Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesrats nennt zahlreiche Einsparmöglichkeiten. Der Stromverbrauch liesse sich fast halbieren.
Am Mittwoch hat der Bundesrat hat den Bericht "Stromverbrauch, Energieeffizienz und Fördermassnahmen im Bereich der Rechenzentren" genehmigt. Dieser wurde als Antwort auf das Postulat 13.3186 des Zürcher GLP-Nationalrats Maier Thomas erstellt. Am 21. März 2013 hatte er den Bundesrat beauftragt die Effizient der Rechenzentren in der Schweiz zu untersuchen, teilt der Bundesrat mit.
Der Bericht hat einige interessante Daten zu den Schweizer Rechenzentren erhoben. Demnach gibt es in der Schweiz 235'000 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche. Das entspricht rund 33 Fussballfeldern. Zwei Drittel dieser werden von externen Dienstleistern betrieben. Das restliche Drittel sind unternehmensinterne Anlagen.
Der Stromverbrauch der Rechenzentren ist beträchtlich. Laut der Untersuchung sind die Anlagen für rund 3 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs verantwortlich, was 1661 Gigawattstunden entspricht. Die Hälfte des Stromverbrauchs entfällt dabei auf die IT-Hardware. Ein Viertel auf die Kühlung.
Höhere Temperatur kann bis zu 5 Prozent Strom einsparen
Der Bericht identifiziert viele Bereiche für Einsparungen. Explizit genannt werden die IT-Ausrüstung, Beleuchtung, unterbruchsfreie Stromversorgung sowie Lüftung und Kühlung der Anlagen. Laut dem Bericht könnten heute durch Optimierungen 43 Prozent der Energie eingespart werden.
Beispielsweise müssten Rechenzentren heute nicht mehr auf 20 bis 22 Grad heruntergekühlt werden. Neuere Mikroprozessoren könnten auch bei 28 Grad betrieben werden, schreiben die Studienautoren. Allein durch die Erhöhung der Temperatur um 5 Grad könnten 3 bis 5 Prozent Strom eingespart werden.
Bei einer Optimierung der Serverauslastung gebe es ein Einsparpotential von 40 bis 80 Prozent. Auch durch die Umstellung auf SSD-Speichermedien, effizientere Backup-Systeme und die Verwendung der Gleichstromtechnik könnte viel Energie eingespart werden.
Asuts Code of Conduct ist nicht rechtlich bindend
Zudem liesse sich durch eine effizientere Nutzung der Abwärme und erneuerbarer Energien der CO2-Ausstoss erheblich reduzieren, heisst es weiter. Der Bericht schlägt daher eine stärkere Sensibilisierung und Aufklärung der Unternehmen und Ingenieurbüros vor. Unterstützung für eine bessere Abwärmenutzung sei möglich. Entsprechende Programme gebe es bereits, diese hätten die Erwartungen teilweise deutlich übertroffen.
Obwohl es Vorschriften für die Effizienz von Servern gibt, unterliegen die Rechenzentren als ganzes keiner Regelung. Einzig der Asut erarbeitete einen Code of Conduct, der aber nicht rechtlich bindend ist.
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