Digital Transformation

Die Geschäftszukunft ist "digical"

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von Kamales Lardi, Managing Partner von Lardi & Partner Consulting

Anstatt zu versuchen, mit dieser Digitalisierung in ihrem Raum zu konkurrieren, wäre es für Unternehmen sinnvoller, eine neue Landschaft zu gestalten, in der digitale Technologien integriert werden, um die ultimative Kundenerfahrung zu ­erzeugen. Das Stichwort heisst "digical".

2016 war das Jahr der digitalen Transformation. Viele Unternehmen begannen, das disruptive Potenzial der neuen Technologien zu erkennen. Branchenunabhängig haben Unternehmen jetzt keine andere Wahl, als die Chancen und Bedrohungen der wachsenden Digitalisierung der Wirtschaft anzuerkennen und darauf zu reagieren. Die wahrgenommene "Übermacht" der bestehenden Märkte schuf eine neue Wettbewerbslandschaft der Digitalisierung.

Obwohl viele Unternehmen den Umbruch der Disrup­tion als Hype ignorierten, überzeugten letztlich die wachsenden Auswirkungen der Digitalisierung. Auf dem Schweizer Markt initiierten viele Unternehmen unabhängige Digital Ventures, wie Inkubatoren, Innovationszentren, Start-up-Kooperationen, neue technologiebasierte Lösungen für digitale Produkte oder Dienstleitungen, digitale Marketing- und Kommunikationskanäle.

 

Grundlegende Veränderung des Kundenverhaltens

Dies sind temporäre Lösungen mit kurzfristigen Erträgen. Das Kernproblem der digitalen Disruption ist die grundlegende Veränderung des Kundenverhaltens. Verbraucher auf der ganzen Welt rücken zunehmend in digitalen Kanälen und Prozessen zusammen, was bedeutet, dass sich Unternehmen schnell weiterentwickeln müssen, um mit dieser Nachfrage Schritt zu halten. In der heutigen digitalen Landschaft vergleichen Konsumenten untereinander nicht nur ihre Erfahrungen mit Marken, Produkten und Dienstleistungen, sondern auch die Bewertungen und "Likes" auf Amazon, Facebook und Google.

Anstatt zu versuchen, mit dieser Digitalisierung in ihrem Raum zu konkurrieren, wäre es für Unternehmen sinnvoller, eine neue Landschaft zu gestalten, in der digitale Technologien integriert werden, um die ultimative Kundenerfahrung zu erzeugen. Das neue, digitale Geschäftsumfeld berücksichtigt im Mittelpunkt den Kunden und seine Erfahrung, um bessere Produkte, Dienstleistungen, Interaktionen und Geschäftsabläufe zu entwickeln.

Der beste Beweis dafür, dass "digical" im Fokus jedes digitalen Transformationsaufwands eines Unternehmens sein sollte, ist die wachsende Zahl digitaler Unternehmen, die sich auf digital-physische Fusionen einlassen. Amazon führte jüngst etwa ein physisches Lebensmittelgeschäft ein, Amazon Go, das ein kassenfreies Shopping-Erlebnis per Smartphone-App ermöglicht und angetrieben wird von "Computer Vision, Sensor Fusion and Deep Learning"-Technologien. Die menschlichen Erfahrungen des Berührens, der Gefühle und des persönlichen Kontakts werden nicht durch digitale Technologien ersetzt. Allerdings werden die Gewinner des digitalen Zeitalters jene Unternehmen sein, die in der Lage sind, digitale Technologien in die physische Welt zu integrieren, um Kundenerfahrungen und Mehrwert anzubieten.

Einer der ersten Schritte Richtung "digical" ist für Unternehmen, tief in die Kundenerfahrung einzutauchen, um zu verstehen, wie digitale Technologien ankommen und wahrgenommen werden. "Digical" erfordert ausser der Entwicklung von externen Lösungen auch die Digitalisierung des internen Geschäftsumfelds, um möglichst die Übereinstimmung von Digitalem und Physischem zu realisieren. Dazu gehören die Digitalisierungen der Prozesse, Organisationsstrukturen, Abläufe und Technologiearchitektur.

Der Schlüssel für eine nachhaltige Hebelwirkung in der digitalen Wirtschaft liegt in der Kombination der Vorteile von Digitalem und Physischem im Geschäftsumfeld. Unternehmen, die dies bewerkstelligen, werden die wahren Gewinner des digitalen Zeitalters sein.

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