AT&T darf Time Warner für 85 Milliarden US-Dollar kaufen
Der Telekommunikationskonzern AT&T hat vor Gericht die Zustimmung erhalten, Time Warner zu kaufen. Der Milliardendeal ist einer der grössten in der Branchengeschichte und könnte tiefgreifende Auswirkungen auf weitere Übernahmepläne haben.
Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T hat das Medienunternehmen Time Warner für 85 Milliarden Dollar akquiriert. Das AT&T Wireless and Satellite Business soll demnach mit Time Warner’s Movie and Television Shows fusionieren.
Donald Trump, ein Kritiker von Time Warner’s CNN-Berichterstattung, lehnte die geplante Akquisition im Oktober 2016 - noch vor der Wahl zum US-Präsident - ab und reichte Klage ein. Wie Reuters berichtet, war der Kläger der Ansicht, dass der Deal auf einen unfairen Vorteil gegenüber konkurrenzierenden pay-TV Anbietern abziele, da diese auf Inhalte von CNN angewiesen seien.
Daraufhin klagte das Justizdepartement gegen AT&T, jedoch gab der US-Richter Richard Leon am 12. Juni 2018 dem Konzern das Recht die Transaktion durchzuführen. Das Justizdepartement hat die Möglichkeit innerhalb von 60 Tagen gegen die Zustimmung in Berufung zu gehen.
Dammbruch für Übernahmen?
Michael Carrier, ein Professor für Recht an der Rutgers Universität, äusserte sich zu der Entscheidung: "Ich denke nicht, dass die Entscheidung aufgehoben wird. Sie basiert auf Fakten und ich wäre überrascht, wenn das Gericht eine solch faktgeleitete Meinung kippen würde.“
Der Deal ist laut Reuters der viertgrösste der globalen Telekommunikations-, Medien- und Unterhaltungsbranche. Die zustimmende Gerichtsentscheidung gegenüber AT&T könnte eine Welle von Übernahmen im Mediensektor auslösen. So bot Comcast am 13. Juni 65 Milliarden Dollar, um Twenty-First Century Fox aufzukaufen.
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