Tipps für Unternehmer

Das sind die drei Vorboten eines scheiternden Start-ups

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Fahim Saleh hat gegenüber Forbes verraten, worauf Start-up-Unternehmer achten sollten. Er warnt vor drei grundsätzlichen Fehlern, die manchmal auch beim besten Willen gemacht werden. Dabei stützt er sich auf seine eigenen Erfahrungen als Unternehmensgründer - die Fehler kennt er, weil er sie selbst begangen hat.

(Source: Rawpixel / Pixabay)
(Source: Rawpixel / Pixabay)

Schon vor dem Scheitern eines Unternehmens soll es Warnzeichen geben. Wenn Unternehmer diese früh genug erkennen, können sie das Ruder noch rumreissen. Wenn nicht, ist das Unternehmen wohl bald dem Untergang geweiht. Fahim Saleh, Gründer und Manager von Adventure Capital, verriet gegenüber Forbes drei Punkte, auf die alle Start-up-Unternehmer achten sollten. Dabei stütze er sich auf langjährige Erfahrung mit Gründungen von erfolgreichen sowie erfolglosen Unternehmen.

3. Das Startkapital geht für die Ausstattung des Büros drauf

Kapital zu investieren, damit die Arbeitsräume wie bei Google aussehen, sei eine Fehlinvestition. Saleh habe dies auf die harte Tour gelernt - beim Tech-Inkubator "HackHouse" gingen Gelder an der falschen Stelle flöten. Für das Start-up habe Saleh das schönste Büro auf der höchsten Etage eines prächtigen Bürogebäudes ausgesucht, inklusive grossem LED-Logo im Fenster und Gratis-Getränken im Kühlschrank. Anstelle dessen hätte er besser in Personal für's Finanzmanagement investiert, wie er schreibt. Die Teams steckten voller Senior Engineers, doch niemand habe einen Kopf für Business gehabt. Nach einem Jahr machte das Unternehmen dicht.

2. Eine Fixierung auf die falschen Daten

Oberflächliche Statistiken seien bedeutungslos, wenn das Geschäftsmodell nicht tragfähig ist. Saleh versuchte sich an einem Taxi-Rufdienst in Nigeria. Er habe dabei eine Obsession entwickelt: die Anzahl täglich mit der App gebuchte Fahrten. Um die Zahl zu steigern, habe sich das Unternehmen mit Gratis-Fahrten und Marketing als Promo-Mittel in den Ruin getrieben. Die Anzahl gebuchter Fahrten sei durchaus gestiegen - der Umsatz aber nicht. Beim Lohn der Taxi-Fahrer wurde gespart und die Fahrer begannen vom sinkenden Schiff abzuspringen. Rechtzeitig habe Saleh bemerkt, dass er umdenken muss. Er rettete die Firma mit einem neuen Fokus auf Profitabilität und genügend Lohn für die Taxi-Fahrer, damit sie beim Unternehmen blieben. Ironischerweise soll das dann auch die täglichen Buchungen gesteigert haben.

1. Die Gründer wollen keine schweren Entscheidungen treffen.

Gründer von Start-up-Unternehmen müssten manchmal zum "Bad Guy" werden. Wenn ein Team mangelhafte Leistungen erbringt, sollten Manager es loslassen. Wenn ein Produkt keine Zugkraft hat, stehe Restrukturierung auf dem Plan. Es sind unbequeme Entscheidungen, sie seien jedoch essentiell für ein erfolgreiches Geschäft. Bei Salehs Firma "Kickback Apps" habe er diese Erfahrung gemacht. Anfänglich bestand das Unternehmen aus zwei Personen, doch über die Zeit investierte er Geld in ein ganzes Team. Während die Reingewinne stiegen, sei der Umsatz gleich geblieben. Team-Mitglieder sprangen ab, weil die Löhne nicht konkurrenzfähig gewesen wären. Schlussendlich befand er sich allein mit zwei Entwicklern im Team. Zu seiner Überraschung wuchsen danach die Profite explosiv und er musste weniger Zeit mit Management verbringen, was ihm Zeit für andere Aktivitäten verschaffte. Rückblickend habe Saleh realisiert, dass das kleine Team völlig ausreichend gewesen wäre und er den Rest aus praktischen Gründen besser entlassen hätte.

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