Expertenbefragung zum Jahr 2019

Facebook und Google verschlingen den Schweizer Werbemarkt

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Publicom hat eine Befragung zur Entwicklung des Schweizer Werbemarktes durchgeführt. Branchenkenner gehen davon aus, dass im Jahr 2019 Google und Facebook ihre Dominanz weiter ausbauen.

(Source: Elijah O'Donnell / unsplash.com)
(Source: Elijah O'Donnell / unsplash.com)

Im Jahr 2019 sind die Werbeeinnahmen von klassischen Medienunternehmen erneut rückläufig. So lautet die Prognose aus einer Expertenbefragung, welche die Publicom präsentiert hat. Sie fusst auf das Panel "Delphinarium" mit über 40 Fachleuten aus der Medienbranche und der Wissenschaft. Sie sind der Meinung, dass Print- und Rundfunkmedien weiter Werbeerlöse an Google, Facebook und Co. verlieren.

Klassischer Markt schrumpft - Onlinesektor wächst

Gemäss der Stiftung Werbestatistik Schweiz haben Presse, TV und Radio im Jahr 2016 noch 2,214 Milliarden Franken an Werbeeinnahmen erzielt. Ein Jahr später habe die Zahl bei 2,042 Milliarden Franken gelegen. Für das Jahr 2019 prognostiziert das Delphinarium einen weiteren Rückgang auf 1,849 Milliarden Franken.

Der Online-Werbemarkt entwickle sich besser. Im Jahr 2017 seien die Einnahmen erstmals über 2 Milliarden Franken gestiegen. 2019 rechnen die Experten mit Erlösen von 2,272 Milliarden Franken. Das grösste Stück vom Kuchen gehe ins Ausland zu Google, Facebook, Instagram und Co. Gemäss der Befragung der Publicom gehen knapp 70 Prozent der Einnahmen für digitale Werbung zu ausländischen Unternehmen. Die Summe belaufe sich auf rund 1,6 Milliarden Franken.

Die Entwicklung ziehe unterschiedliche Konsequenzen mit sich. Der Stellenwert von Kooperationen zum Austausch von redaktionellen Inhalten erhöhe sich durch den zunehmenden Kostendruck. Weitere Sistierungen von Medienprodukten und Fusionen von Redaktionen seien ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt gewinne auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Bots im Journalismus an Bedeutung.

Apropos Werbung: Während Behörden im Ausland immer stärker gegen Schleichwerbung von Influencern vorgehen, ist die Problematik in der Schweiz kaum ein Thema. Warum das so ist, erfahren Sie hier.

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