Jahreszahlen

iWay partnert mit Google und macht sich Gedanken über 5G

Uhr | Aktualisiert

Der ISP iWay hat in Zürich seine Geschäftszahlen für 2018 vorgestellt und einen Ausblick in die Zukunft gegeben. Neben Endkunden bleibt das Partnergeschäft zentrales Standbein des Unternehmens. Im Rahmen der Übernahme durch die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke kam eine Partnerschaft mit Google zustande.

Henry Salzmann, Leiter Marketing; Dejan Crvenkovic, Leiter Verkauf; Matthias Oswald, Geschäftsführer und Matthias Cramer, CTO (v.l.). (Source: Netzmedien)
Henry Salzmann, Leiter Marketing; Dejan Crvenkovic, Leiter Verkauf; Matthias Oswald, Geschäftsführer und Matthias Cramer, CTO (v.l.). (Source: Netzmedien)

Der Internet-Service-Provider (ISP) iWay hat an einer Medienkonferenz in Zürich seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt. Geschäftsführer Matthias Oswald gab ein Umsatzwachstum von 22 Prozent auf etwas mehr 26 Millionen Franken bekannt. Im grössten Geschäftsbereich "Internet Access" habe iWay einen Zuwachs von 29 Prozent auf 15,9 Millionen Franken erzielt. Im Geschäftsfeld VoIP lag das Plus bei 41 Prozent auf 5,8 Millionen Franken. Auf hohem Niveau habe sich die Entwicklung etwas verlangsamt (2017: +34 Prozent). In absoluten Zahlen sei das Wachstum aber stabil, sagte Oswald.

Zentraler Pfeiler Partnergeschäft

Mehr als die Hälfte (52,8 Prozent) seines Umsatzes erwirtschafte iWay heute im Partnergeschäft. Dieses sei 2018 um 27,2 Prozent gewachsen. Hierbei setze das Unternehmen zum einen auf das Modell "Sales Partner", bei dem das Partnerunternehmen die Produkte von iWay an den Endkunden vermittle, sagte Verkaufsleiter Dejan Crvenkovic. Im Modell "Wholesale Partner" trete der Partner selber als Provider auf und nutze die iWay-Infrastruktur. iWay habe aktuell 97 Sales und 163 Wholesale Partner.

Mit dem 2018 eingeführten Partnerdienst "Virtual ISP" sei iWay zufrieden, fügte Oswald an. Mit dem Dienst könnten Wholesale-Partner für ihre Kunden auf einem Partnerportal automatisierte Fiber- und DSL-Bestellungen auf allen Stadtnetzen und dem Swisscom-Netz aufsetzen und verwalten, ohne selbst Netzwerkverbindungen aufzubauen und Verträge mit Swisscom oder anderen Stadtnetzen abschliessen zu müssen. Das Angebot richte sich etwa an Firmen, die selbst neu als ISP auftreten wollen.

Die Zahl der Kunden, wobei bei iWay Partner als einzelne Kunden gezählt würden, sei im Verlauf des vergangenen Jahres auf mehr als 21'000 angestiegen. Der Provider differenziere sich hierbei durch attraktive Preise, profitiere von den technologischen Zugpferden Glasfaser und All-IP-Migration und biete besseren Support als die Konkurrenz. Besonders der Umstieg auf Glasfaser sei ein Wachstumstreiber. Allerdings sei hier bereits ein Ende des Netzaufbaus absehbar. Entsprechend rechne iWay für 2019 mit einem leicht schwächeren Wachstum von 20 Prozent.

Google-Zertifizierungen stehen an

iWay ist seit 2017 zu 100 Prozent im Besitz der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK). Durch eine Kooperation des Mutterhauses mit Google sei eine Reihe neuer Datacenter-Dienstleistungen möglich geworden, sagte Oswald weiter. Die kürzlich geschlossene Cloud-Interconnect-Partnerschaft zwischen SAK und Google ermögliche es den SAK-Töchtern iWay und RZO (Rechenzentrum Ostschweiz), über eine direkte Verbindung darauf basierende Cloud-Dienste anzubieten.

iWay-Kunden bekämen dadurch die Möglichkeit, ihre privaten Unternehmensnetzwerke oder Teile davon in die Google Cloud zu erweitern. Die hybriden Lösungen könnten wahlweise von Servern im RZO oder in Google-Rechenzentren bezogen werden. iWay habe sich zum Ziel gesetzt, in den Bereichen Cloud-Migration und Infrastruktur mit Google seine Services auszubauen und strebe die dafür notwendigen Google-Zertifizierungen an.

Googles Technik-Chef Urs Hölzle hat in Zürich den Startschuss zur Cloud-Region Schweiz gegeben. Alle Fragen und Antworten zum Start finden Sie hier.

Was iWay in Zukunft beschäftigt

Die Integration unter das Dach der SAK sei trotz kultureller Unterschiede zu Beginn reibungslos verlaufen, sagte Oswald. Die Zusammenarbeit sei gut, die SAK liessen iWay machen. Das Rechenzentrum Ostschweiz in Gais sei eine Ergänzung der bisherigen Standorte Glattbrugg und Zürich-Altstetten. Ausserdem sei das RZO auf dem neusten Stand der Technik, etwa bei Kühlung und Notstromversorgung.

Zum Abschluss des Mediengesprächs äusserte sich iWay zu den Themen, die für das Unternehmen aktuell wichtig seien. Die aktuelle Diskussion, ob mit der Einführung von 5G eine Konkurrenz zur Glasfaser entstehe, sah Geschäftsführer Oswald relativ gelassen. Er glaube nicht, dass 5G eine Replacement-Technologie werde. Es gebe noch zu viele Fragezeichen rund um die nächste Mobilfunk-Generation. Ausserdem sei die Bandbreite bei Glasfaser massiv grösser, und das emmissionsfrei.

Verbindungen mit der Technologie XGS-PON, die auf Übertragungsraten von 10 Gigabit pro Sekunde kommen und von Salt angeboten werden, wolle iWay in Partnerschaft mit Swisscom ebenfalls einführen. Die Herausforderung der ISPs sei ohnehin nicht die Bandbreite der Glasfaser, sondern die tiefe Geschwindigkeit von WLAN bei den Endkunden. Schliesslich treibt auch die anstehende Grossfusion im Schweizer Telko-Markt den ISP an. "Wir haben die Hoffnung, dass sich Sunrise und UPC in den nächsten zwei Jahren vor allem mit sich selber beschäftigen", sagte Oswald.

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