"Heikle Situation"

Bund drohen Mehrkosten und Lieferverzögerung bei Informatikprojekt

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Das System der Bundesrechtsplattform ist veraltet und soll ersetzt werden. Doch es drohen Lieferverzögerungen und erhöhte Kosten. Die Eidgenössische Finanzkontrolle spricht von einer "heiklen Situation".

(Source: Chronomarchie / Pixabay)
(Source: Chronomarchie / Pixabay)

Der Bund muss mit Lieferverzögerungen und Mehrkosten bei der Erneuerung der Bundesrechtsplattform rechnen. Das System der Plattform, das vom Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen (KAV) der Bundeskanzlei (BK) verwaltet wird, ist veraltet, wie die Eidgenössiche Finanzkontrolle (EFK) in einem Bericht schreibt. Probleme bereite in erster Linie ein Unternehmen mit Sitz in Griechenland, das den Zuschlag für die Entwicklung einer neuen Lösung erhielt.

Ürsprünglich waren die Projektkosten gemäss EFK auf 14,7 Millionen Franken veranschlagt. Bereits 2016 nach dem Entscheid zur Auslagerung der Entwicklung seien weitere 4,2 Millionen Franken gesprochen worden. Nun befürchtet die EFK, dass es zu weiteren Budgetüberschreitungen kommt, ohne dass diese genau beziffert werden können. Im Bericht ist die Rede von einer "heiklen Situation".

Lieferverzögerungen von 2 bis 6 Monaten

Auch mit Lieferschwierigkeiten hat der Bund zu kämpfen. "Die im Mai 2017 begonnenen Arbeiten werden die angestrebten Ziele nicht erreichen. Die Fristen werden um zwei bis sechs Monate überschritten, sodass die Lebensdauer des derzeitigen Systems verlängert werden muss", schreibt die EFK. Weiter entsprächen die Lieferungen des Dienstleisters nicht den vorgegebenen Qualitätskriterien und würden ihm zur Korrektur zurückgeschickt.

Laut dem Bericht erschwert insbesondere die räumliche Distanz zu den Entwicklern in Griechenland die Zusammenarbeit. Auch bei den Arbeitsmethoden, der Auffassung von Verpflichtungen und den Prioritäten gäbe es erhebliche Differenzen.

Zufrieden ist die EFK hingegen mit der Projektleitung. Insgesamt werde das Projekt mit Ausnahme bestimmter Aspekte des Risikomanagements gut geführt. So sei die Projektdokumentation von sehr hoher Qualität und die Geschäftsleitung der Bundeskanzlei bringe sich ein.

Bei der Umsetzung der ICT-Strategie 2016-2019 des Bundes sollen wichtige Meilensteine erreicht worden sein. Lesen Sie mehr zur ICT-Strategie des Bundes im Beitrag "Bundesrat schmiedet ICT-Masterplan".

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