IT-Kostenumfrage bei Schweizer Banken

Banken-IT kostet wieder mehr, als sie nützt

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Schweizer Banken investieren mehr und mehr in die IT, doch die Kosteneffizienz nimmt ab. Dies geht aus einer Studie des IT-Beratungsunternehmens Itopia hervor.

(Source: ldprod / Fotolia.com)
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Erstmals seit vielen Jahren ist sie 2018 wieder gesunken: die Kosteneffizienz der IT-Abteilungen von Schweizer Banken. Dies geht aus einer Untersuchung der IT-Beratungsfirma Itopia hervor. Den Prognosen zufolge wird sich die Kosten-Nutzen-Rechnung der IT-Ausgaben hiesiger Finanzinstitute nochmals verschlechtern.

Über alle Banken betrachtet stieg der von Itopia berechnete IT-Kostenindex von 1.07 auf 1.14, wobei steigende Werte auf abnehmende IT-Kosteneffizenz hinweisen. Auf der Basis der gemeldeten Budget-Zahlen erwartet Itopia, dass der Index 2019 auf 1.26 klettert.

Der von Itopia berechnete IT Kostenindex steigt seit 2018 wieder (steigende Werte bedeuten sinkende IT-Kosteneffizienz). (Source: Itopia)

Privatbanken drücken bei den IT-Ausgaben auf die Bremse

Den Ergebnissen zufolge sind die IT-Ausgaben von Schweizer Banken 2018 weniger stark gewachsen wie noch im Jahr zuvor. Das zeigt sich insbesondere bei Privatbanken: 2017 betrug das jährliche Wachstum der IT-Kosten pro Bankmitarbeiter in einer Privatbank noch 14,7 Prozent. 2018 erreichte der entsprechende Wert nur noch 2,7 Prozent. Die IT-Ausgaben von Privatbanken sind 2018 also weniger stark gestiegen als noch im Vorjahr.

IT-Kosten pro Bankmitarbeiter (ohne IT-Mitarbeiter). (Source: Itopia)

Im Retailgeschäft lag das Wachstum der IT-Ausgaben 2017 noch bei 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2018 rechnet Itopia mit einer Zunahme von 9,4 Prozent. Auch bei Retailbanken wie etwa der Raiffeisen oder auch bei Kantonalbanken nimmt das Ausgabenwachstum 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht ab – allerdings weniger stark als bei Privatbanken.

Entwicklung der Profitabilität (Cost-Income-Ratio) bei Schweizer Banken. (Source: Itopia)

Kostenmanagement verbessert sich – hat aber noch Luft nach oben

Die IT-Kosten der Schweizer Banken machten 19 Prozent der Betriebskosten aus. Das Kostenmanagement der Banken-IT habe sich gegenüber 2013 zwar verbessert, sei aber noch auf niedrigem Niveau. Nach wie vor beruhen 62 Prozent der Angaben zu den IT-Kosten auf teilweise groben Schätzungen, wie Itopia mitteilt. Entweder könne das Rechnungswesen respektive das Controlling die erforderlichen Zahlen für ein IT-Kostenmanagement nicht liefern, oder diese würden vom IT-Management gar nicht erst nachgefragt, heisst es in der Mitteilung.

Die Digitalisierung fordert die Finanzbranche heraus. Neue Player wie Fintech-Unternehmen drängen in den Markt und der Druck auf die Erträge nimmt weiter zu. Die PwC-Banking-Experten Frederik Gregaard und Marcel Tschanz sehen aber durchaus Chancen für die Zukunft des Bankings in der Schweiz – nicht zuletzt aufgrund der strengen Regulierung des Marktes. Lesen Sie hier mehr dazu.

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