Interview mit Kaspar Geiser, Geschäftsführer, Aspectra

"Die Hersteller werden nicht bloss Blech und Kapazität anbieten"

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Wer seine Daten in die Cloud schickt, sollte ganz genau wissen, was er tut. Kaspar Geiser, Geschäftsführer von ­Aspectra, erklärt, worauf es bei der Wahl des Datenspeichers ankommt und welche Trends den Speichermarkt ­umkrempeln könnten.

Kaspar Geiser, Geschäftsführer, Aspectra. (Source: Milad Ahmadvand 2014)
Kaspar Geiser, Geschäftsführer, Aspectra. (Source: Milad Ahmadvand 2014)

Was spricht dagegen, sämtliche Daten in die Public Cloud auszulagern?

Kaspar Geiser: Eigentlich nichts, solange man weiss, was man tut. Wer folgende Fragen mit Ja beantworten kann, macht alles richtig: Kann mein Unternehmen arbeiten, wenn die Public Cloud nicht verfügbar ist? Kann ich sämtliche Daten reproduzieren und erneut in die Public Cloud transferieren? Kann nur mein Unternehmen meine Daten schreiben, lesen und löschen? Sind die Betriebskosten für das Halten unserer Unternehmensdaten in der Public Cloud irrelevant? Hat unser Unternehmen die Verwaltung der Daten in der Public Cloud an ein dafür spezialisiertes Unternehmen abgegeben, beziehungsweise verfügen wir über eigene Public-Cloud-Spezialisten?

Was sind die Voraussetzungen, dass meine Daten in den ­"eigenen vier Wänden" sicher sind?

Die eigenen Daten und Anwendungen kennt man selbst am besten. Man weiss auch, was gelöscht werden kann. Bei der Haltung der Daten in den eigenen vier Wänden gehen jedoch häufig die Umsysteme und Server vergessen. Daher empfiehlt es sich, spezialisierte Unternehmen mit der Pflege und dem Unterhalt der Router, Switches, Firewalls und Server zu beauftragen. Auch ein Back-up-Konzept baut sinnvollerweise ein Spezialist auf und testet es regelmässig. Um von den Hardwarekosten nicht überrascht zu werden, ist zudem ein Capacity Management zwingend.

Was spricht im Gegenzug für die Public Cloud?

In der Public Cloud stehen vom physischen bis zum virtuellen Schutz alle Möglichkeiten zur Verfügung. Diese entsprechen dem neuesten Stand der Technik und erlauben einen optimalen Schutz der eigenen Daten. Es stehen beinahe unendlich viele Ressourcen zur Verfügung und man kann seine Systeme in der gewünschten "Technik" betreiben. So kann man Daten beispielsweise einfach vom langsamen HDD-Speicher auf SSD verschieben. Nicht zu unterschätzen ist jedoch der Aufwand, den man als Unternehmen für den Aufbau und den Erhalt des Know-hows zur Public Cloud aufbringen muss.

Warum erlebt Tape-Storage heutzutage ein Revival?

Tapes sind und bleiben im Rechenzentrumsbetrieb ein verlässlicher Partner. Sie speichern sehr viele Daten sicher ab und sind vor Angriffen sehr gut geschützt, da diese offline, im Roboter liegen.

Welche Trends zeichnen sich im Speichermarkt ab?

Beim Betrieb von Applikationen und Servern wird sich SSD/All Flash durchsetzen. Weiter voranschreiten dürfte die Entwicklung von Software-defined Storage. Dies kann bedeuten, dass so etwas wie "Storage Black Boxes" auf den Markt kommen, bei denen nicht offensichtlich ist, was wirklich drinsteckt. Die Hersteller werden zudem ihre Preismodelle nach Preis pro gespeichertes Gigabyte berechnen und nicht bloss Blech und Kapazität anbieten. Die Anbieter wiederum werden Storage immer mehr als Service verkaufen.

Was muss ein KMU auf der Suche nach einer Lösung für die Datenspeicherung beachten?

Auf der Suche nach der optimalen Lösung darf man nicht bloss auf Kapazitäten, Durchsatz und Technologie achten. KMUs müssen gut überlegen, was ihre Bedürfnisse sind. Sind diese bekannt, sollten sie die eigenen Daten in verschiedene Typen unterteilen. So können sie gemeinsam mit dem Anbieter für jede Art von Daten die optimale Speicherlösung finden.

Lesen Sie dazu auch den Fachbeitrag von Kaspar Geiser: Die Crux mit der Datenspeicherung

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