Deutschschweizer kaufen vor allem Elektronikartikel

Mehr Umsatz für Schweizer Händler am Single's Day

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Seit der Amazon-Konkurrent Alibaba im Jahr 2009 den Single’s Day zu einem Shoppingevent entwickelt hat, ist der Monat November ganz den Rabatten gewidmet. Inzwischen ist der Single’s Day, ebenso wie der Black Friday und die Cyber Week, in der Schweiz angekommen. Das Marktforschungsinstitut GfK hat eine Studie zum weltweiten Kaufverhalten an solchen Shoppingevents vorgestellt.

(Source: Nuttapong / Shutterstock.com)
(Source: Nuttapong / Shutterstock.com)

Alleine Alibaba hat am 11. November mehr eingenommen, als Coop in einem Jahr. Die chinesische Amazon-Alternative nahm 38 Milliarden US-Dollar (momentan umgerechnet 37,8 Milliarden Franken) ein. Coop dagegen macht umgerechnet circa 30 Milliarden Franken Umsatz. Es dauerte 68 Sekunden, bis der Onlinegrosshändler die erste Milliarde Dollar umsetzte. In der ersten Stunde waren es bereits 13 Milliarden. Wie 20 Minuten unter Berufung einer SDA-Meldung schreibt, haben rund 500 Millionen Kunden am Single’s Day eingekauft. Auch für die 110 Schweizer Händler, die mit von der Partie waren, hat sich der Tag gelohnt. Viele konnten einen höheren Umsatz erzielen. Interdiscount verzeichne ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem vorjährigen Single’s Day.

Bei den Deutschschweizern landen vor allem Elektronikartikel im Warenkorb, in der Westschweiz dagegen eher Kleidung und Schuhe. Microspot und Mediamarkt gehen davon aus, dass die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr doppelt so gross ausfiel.

Das Strategieberatungsunternehmen Oliver Wyman zeigt auf, dass fast die Hälfte der Schweizer an Shoppingevents schon länger geplante Einkäufe erledigt. Es ginge jedoch nur jeder Fünfte in den stationären Handel, die anderen shoppten online. Die Erwartungen an Rabatte würden aber stetig steigen. Nordal Cavadini, Handelsexperte von Oliver Wyman, sagt: "Rabatte sind wie eine Droge – über die Zeit muss man die Dosis immer weiter erhöhen". Er spricht von einer "Kannibalisierung des Tagesgeschäfts im Detailhandel". Die regulären umsatzstarken Preise gingen auf Kosten der Schnäppchen verloren. Denn mehr als die Hälfte der Schweizer würden nur dann zuschlagen, wenn der Rabatt 50 Prozent oder mehr betrage.

Weniger Ramsch, mehr Qualität

Gemäss GfK-Studie gaben 47 Prozent der Verbraucher an, dass "es wichtig sei, sich regelmässig etwas zu gönnen und sich zu verwöhnen". Zusätzlich gaben 49 Prozent an, lieber weniger, dafür qualitativ hochwertige Artikel zu besitzen. In Deutschland sei der Trend zu höheren Preiskategorien gemäss GfK-Studie schon angekommen. Vor allem bei Smartphones und Fernsehern sei diese Entwicklung zu sehen. Für die Studie wurden rund 35'000 volljährige Personen in 35 globalen Märkten befragt.

Laut Norbert Herzog, Retail-Experte bei GfK, sind sowohl der Black Friday als auch der Single’s Day für den weltweiten Handel etablierte Promotion-Wochen. Das Ziel der Konsumenten sei es, hochwertige Markenartikel für den bestmöglichen Preis zu erstehen. 42 Prozent der europäischen Verbraucher gaben zudem an, dass es in vielen Kategorien zu viel Auswahl gebe. Die Händler könnten laut Herzog einen echten Mehrwert bieten, indem sie die Anzahl der Angebote reduzieren, um den Verbrauchern zu helfen.

Konsumenten informieren sich vor dem Kauf

Gemäss GfK wurden die Shoppingevents teilweise negativ in den Medien dargestellt. Aus diesem Grund würden Kunden mehr Zeit als je zuvor darauf verwenden, die Angebote von verschiedenen Anbietern zu prüfen und zu vergleichen. Rund 45 Prozent der europäischen Studienteilnehmer gaben an, dass sie heute häufiger Preise vergleichen als noch vor einem Jahr. Angebote, Preisnachlässe und Werbeaktionen würden mehr mit Vorsicht genossen.

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