Privatfernsehen online

CH Media plant eigenen Streamingdienst

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CH Media will seine Fernsehsender auf einem Streamingportal vertreiben. Auf diese Weise will das Medienunternehmen auf den Einbruch der Werbeeinnahmen reagieren.

(Source: Glenn Carstens-Peters / Unsplash.com)
(Source: Glenn Carstens-Peters / Unsplash.com)

CH Media plant einen Streamingdienst für seine TV-Sender. Das Medienunternehmen prüfe derzeit verschiedene Optionen, darunter auch Kooperationen mit anderen Plattformen und Unternehmen sowie mit der SRG, berichtet die "Werbewoche" unter Berufung auf Keystone-SDA. Nutzerinnen und Nutzer würden es schätzen, wenn sämtliche Schweizer TV-Inhalte auf einer Plattform erhältlich wären, sagte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur.

Wann der Streamingdienst starten soll, bleibt ebenso offen wie die Frage, was die Angebote kosten sollen und welche Inhalte gestreamt werden.

Von Stellenabbau ist keine Rede

Wie alle Medienunternehmen leidet auch CH Media unter dem Einbruch der Werbeeinnahmen aufgrund der Coronakrise. Von einem Stellenabbau bei den TV-Sendern ist nicht die Rede, CH Media will laut "Werbewoche" für eine künftige Expansion gerüstet sein.

CH Media übernahm im Herbst 2019 die Sender der 3-Plus-Gruppe (3+, 4+, 5+ und 6+). Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Medienhaus betreibt auch lokale TV-Sender und ist seit der Übernahme von 3-Plus der grösste Anbieter von Privat-Fernsehen in der Schweiz. Nach eigenen Angaben haben die Programme einen Marktanteil von 10,5 Prozent. Die gebührenfinanzierte SRG kommt auf 25 Prozent, wie die "Werbewoche" weiter schreibt.

"CH Media" ging im Herbst 2018 als Joint Venture der NZZ-Mediengruppe und der "AZ Medien" hervor. Die "NZZ" brachte ihre Regionalmedien in das Joint Venture ein.

Streaming hat unter ökologischen Gesichtspunkten keinen guten Ruf. Im vergangenen November berichtete die "NZZ", dass die ICT-Branche mehr Treibhausgase auf dem Kerbholz habe, als die zivile Luftfahrt. Eine Analyse des deutschen IT-Magazins "c't" zeigt jedoch: Die von der "NZZ" verwendeten Zahlen der Denkfabrik "The Shift Project" sind nicht über alle Zweifel erhaben. So gehe die Organisation bei Smartphones von rund 6 Watt Energieverbrauch aus, was viel zu hoch sei. Umgekehrt ignoriere sie den viel höheren Stromverbrauch von TV-Geräten.

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