Handelsstreit eskaliert

Update: Huawei kritisiert US-Sanktionen als willkürlich

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Huawei bezeichnet die verschärften Sanktionen der US-Regierung als willkürlich und schädlich für die gesamte Branche. Das US-Handelsministerium hat zuvor die Geschäfte von US-Unternehmen mit Huawei und mit dem taiwanesischen Chiphersteller TSMC eingeschränkt. China drohte im Gegenzug damit, US-Unternehmen wie Apple als unzuverlässig einzustufen.

(Source: Devanath / Pixabay.de)
(Source: Devanath / Pixabay.de)

Update vom 19.5.2020: Huawei reagiert mit einer Stellungnahme auf die verschärften Sanktionen der US-Regierung. Der chinesische Hersteller sieht sich im Überlebenskampf. „Diese Entscheidung war willkürlich und droht, der gesamten Branche global Schaden zuzufügen“, heisst es in der Mitteilung. Die neue Regelung werde sich auf den Ausbau, die Wartung und den Betrieb von Netzwerken auswirken, die Huawei in über 170 Ländern ausgerollt habe dies im Wert von Hunderten von Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen prüfe derzeit die Tragweite der neuen Exportbeschränkungen. "Wir erwarten, dass unser Geschäft zwangsläufig betroffen sein wird", heisst es in der Stellungnahme.

Originalmeldung vom 18.5.2020: Der Handelsstreit zwischen den USA und China spitzt sich zu. Vergangene Woche verlängerte US-Präsident Donald Trump den US-Bann gegen Huawei und ZTE bis 2021. Nun beschränkt das US-Handelsministerium die Geschäfte von US-Unternehmen mit Huawei weiter: Chiphersteller dürften keine Halbleiter an den chinesischen Hersteller liefern, sofern diese auf Software und Technologie aus den USA beruhten, berichtet "Zeit.de".

Das Handelsministerium ergänzte eine entsprechende Exportvorschrift mit der Begründung, Huawei unterlaufe die bisherigen Exportkontrollen. Seit der im Mai 2019 eingeführten Blockade setzt Huawei verstärkt auf eigene Chips. Der Hersteller greife dafür aber weiterhin auch auf US-Technologien zurück, heisst es vonseiten des Handelsministeriums.

China droht mit Schmäh-Liste und Ermittlungen

China droht im Gegenzug mit eigenen Einschränkungen – insbesondere gegen die US-Konzerne Apple, Cisco, Qualcomm und Boeing. China sei bereit, US-Unternehmen auf eine Liste von als unzuverlässig eingestuften Organisationen zu setzen, zitiert "Zeit.de" aus der chinesischen Tageszeitung "The Global Times", die der chinesischen Regierungspartei nahesteht. Die Konzerne müssten mit Ermittlungen und Einschränkungen rechnen.

Die Handelsbeschränkungen der USA treffen nicht nur Huawei, sondern auch den Chiphersteller TSMC aus Taiwan. Dieser beliefert unter anderem Huawei, Apple und Qualcomm. Auch deren Produktion wäre damit betroffen. "Reuters" berichtet heute morgen, TSMC nehme keine Bestellungen von Huawei mehr entgegen,

Huawei darf wegen des US-Banns für seine Smartphones keine Google-Mobile-Dienste mehr nutzen. Doch damit nicht genug. Das Coronavirus beeinträchtigt die chinesische Industrie. Warum Schweizer Kunden und Entwickler davon nichts spüren sollen, verrät Steven Huang, CEO Consumer Business Schweiz von Huawei, im Interview.

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