Investorenbericht von SICTIC

Schweizer ICT-Start-up-Szene wird vielseitiger

Uhr | Aktualisiert

Die Mitglieder des Investoren-Netzwerks SICTIC haben im vergangenen Jahr vielseitig investiert. Was die Branchen, die Regionen und die Geschäftsmodelle angeht, ist die Schweizer Start-up-Szene bunter geworden.

(Source: Bluehousestudio / iStock.com)
(Source: Bluehousestudio / iStock.com)

Die Schweizer Start-up-Szene ist vielseitiger geworden – zumindest, was die Investitionen angeht. 2017 hatten die Mitglieder des Investoren-Netzwerks Swiss ICT Investor Club (SICTIC) in Start-ups aus 7 verschiedenen Bereichen investiert – unter anderem Fintech und E-Commerce. 2019 verteilten sich die Investitionen auf 20 Kategorien, wie aus dem Jahresbericht von SICTIC hervorgeht. Von diesen 20 Kategorien haben jeweils 11 mehr als 4 Prozent des gesamten jährlichen Investitionsvolumens für sich gewonnen.

Die Mitglieder von SICTIC haben im vergangenen Jahr 16,2 Millionen Franken in Schweizer ICT-Start-ups investiert. Dies im Rahmen von 51 Finanzierungsrunden. Am meisten Geld zogen Fintech-Unternehmen an. Sie sammelten 18 Prozent der SICTIC-Investments ein. An zweiter Stelle folgen Anbieter von Internet-Plattformen (14 Prozent). Auf dem dritten Platz stehen Machine-Learning-Spezialisten (8 Prozent), gefolgt von Start-ups im Bereich Cyber Security (6 Prozent).

(Source: SICTIC Investment Report 2020)

Das grösste Stück vom Kuchen ging an die Sammelkatekorie "Andere". Darunter finden sich Start-ups aus den Bereichen Werbetechnologie, Kommunikation, digitale Vermögensverwaltung, Drohnen, Bildungstechnologie, Energietechnologie, LegalTech und TravelTech.

Weniger Konzentration auf Zürich

Die Investitionen haben sich auch regional mehr verteilt: 2018 drehten sich noch 57 Prozent der Finanzierungsrunden um Start-ups aus dem Kanton Zürich; 2019 waren es 44 Prozent. Weitere 18 Prozent der Finanzierungsrunden fanden im Kanton Waadt statt und 16 Prozent im Kanton Zug.

(Source: SICTIC Investment Report 2020)

Ebenfalls diversifiziert haben sich die Geschäftsmodelle. Zwar dominiert gemäss SICTIC nach wie vor Business-to-Business: Fast 80 Prozent der von SICTIC geförderten Start-ups setzen auf B2B und nur jedes fünfte auf B2C. Der Anteil an B2C-Start-ups ist allerdings gewachsen: 2018 waren es noch 18,8 Prozent.

Nach ihren bevorzugten Investments befragt, gaben die meisten der 331 SICTIC-Mitglieder (35,5 Prozent) keine Präferenz an. Ein Viertel bevorzugt B2B, rund 17 Prozent gaben Software-as-a-Service an. Knapp 13 Prozent würden sich für B2C entscheiden und rund 9 Prozent für "Enterprise".

(Source: SICTIC Investment Report 2020)

Fintech-Unternehmer sehen die Coronakrise als Chance. Gerade jetzt wollen die meisten investieren und Personal aufstocken, wie aus einer Umfrage des Branchenverbands Swiss Finance Startups unter seinen Mitgliedern hervorgeht. Die wenigsten müssen sparen, die meisten rechnen damit, dass die Fintech-Branche profitieren wird.

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