European Girls' Olympiad in Informatics

Update: Drei Medaillen für die Schweizerinnen an der Informatik-Olympiade

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von Joël Orizet und Kevin Fischer und cka

In Zürich hat die erste europäische Informatik-Olympiade für junge Frauen stattgefunden. Von den 160 Teilnehmerinnen aus 43 Ländern konnten drei Schweizerinnen eine Medaille nach Hause nehmen.

Die European Girls' Olympiad in Informatics (EGOI) ist ein Programmierwettbewerb für junge Frauen. Das Konzept haben ETH-Studierende entwickelt, um Frauen in der Informatik zu fördern. (Source: EGOI)
Die European Girls' Olympiad in Informatics (EGOI) ist ein Programmierwettbewerb für junge Frauen. Das Konzept haben ETH-Studierende entwickelt, um Frauen in der Informatik zu fördern. (Source: EGOI)

Update vom 22.06.2021: Die European Girls' Olympiad in Informatics (EGOI) ist vorbei - und die Schweizerinnen waren erfolgreich. Wie EGOI schreibt, durften am letzten Tag der Olympiade drei der vier Schweizer Teilnehmerinnen eine Medaille in Empfang nehmen.

Wer mehr als 237 Punkte gemacht hatte, verdiente Edelmetall. Die zwei Schweizer Teilnehmerinnen Jasmin und Vivienne erhielten mit je 301 Punkten eine Bronze-Medaille. Ema durfte mit 505 Punkten eine Silber-Medaille in Empfang nehmen. Auf der Webseite von EGOI gibt es ein Porträt aller Schweizer Teilnehmerinnen.

Originalmeldung vom 14.04.2021: Erste europäische Informatik-Olympiade für Frauen steigt in Zürich. Vom 13. bis 19. Juni 2021 geht in Zürich die erste europäische Informatik-Olympiade für junge Frauen über die Bühne. Die European Girls' Olympiad in Informatics (EGOI) soll jungen Frauen eine Plattform bieten, auf der sie ihr Interesse an der Informatik teilen und vertiefen können, wie es auf der Website der Veranstaltung heisst.

Den Hauptevent bilden die beiden Wettbewerbstage: Am 16. und 18. Juni finden zwei fünfstündige Prüfungen statt, die aus vier Aufgaben bestehen, welche die Teilnehmerinnen mit selbst entwickelten Algorithmen lösen müssen. Wer dabei besonders viel logisches Denken und Kreativität beweist, gewinnt die Gold-, Silber oder Bronzemedaillen. Rund 160 Teilnehmerinnen aus 43 Ländern nehmen am Wettbewerb teil.

Das Schweizer Team besteht aus vier Gymnasiastinnen sowie zwei ETH-Studierenden, die sie betreuen. Als einzige Delegation wird das Heimteam tatsächlich in Zürich programmieren. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die EGOI virtuell durchgeführt. In den folgenden Jahren soll der Wettbewerb jeweils von einem anderen Gastland ausgetragen werden.

Von ETH-Studierenden ins Leben gerufen

Initiiert wurde die Veranstaltung von Studierenden der ETH Zürich. Zum Organisationskomitee zählen neun Studierende, Doktorierende und Alumni der Hochschule.

Die Idee für die EGOI sei entstanden, weil an der Schweizer Informatik-Olympiade für Mittelschülerinnen und Mittelschüler im Durchschnitt weniger als 15 Prozent Frauen teilnehmen würden, heisst es in einer Mitteilung der ETH. "Wissenschafts-Olympiaden gibt es seit über 60 Jahren", sagt Lara Gafner, die sich als Kommunikationsbeauftragte des Dachverbands Schweizer Wissenschafts-Olympiaden an der Veranstaltung beteiligt. "Die EGOI ist jedoch ein neues Konzept, das ETH-Studierende entwickelt haben, und mit dem wir zur Förderung von Frauen in der Informatik beitragen wollen."

Vorbild für die EGOI sei die seit 2012 jährlich ausgetragene European Girls' Mathematical Olympiad (EGMO). 2017 fand die EGMO an der ETH und an der Universität Zürich statt. Stefanie Zbinden nahm damals als Schweizer Delegationsleiterin teil - heute ist sie Vorsitzende des EGOI-Organisationsteams.

EGOI-Organisatorin Stefanie Zbinden (2.v.l.) mit Teilnehmerinnen des Girl's Camp der Schweizer Informatik-Olympiade. (Source: EGOI / ETH Zürich)

Die Mathematikolympiade wurde für Zbinden zu einer Erfahrung von bleibender Wirkung, wie die ETH Zürich schreibt. "Die EGMO war ein mega-cooles Erlebnis, das mir das Selbstvertrauen gab, dass ich in Informatik und Mathematik meinen Weg gehen kann", sagte Zbinden gegenüber der Hochschule. "Entscheidend war, dass ich damals Teil eines Teams war und mich mit anderen Frauen über Mathematik austauschen konnte."

Die EGOI findet noch bis zum 19. Juni statt. (Source: EGOI)

Der niedrige Frauenanteil in der Schweizer IT ist seit Jahren ein Thema. Auf Anfrage bezifferte das Bundesamt für Statistik den Anteil an erwerbstätigen ICT-Spezialistinnen im Jahr 2019 auf 18,2 Prozent. Bei insgesamt 196'402 ICT-Fachkräften entspricht das 35'733 Spezialistinnen. Der Anteil ist leicht gestiegen, aber noch immer bescheiden.

Dabei gibt es unterdessen verschiedene Förderprogramme, um Mädchen und Frauen mehr für MINT-Berufe zu begeistern. Eines davon ist "Swiss Tecladies", das am 12. September 2020 gestartet ist. Ein weiteres ist der Women in Cyber Day, der Frauen für eine Karriere in der IT-Sicherheitsbranche begeistern soll. Der Aktionstag fand zuletzt am 10. Juni statt. IT-Sicherheitsexpertinnen zeigten auf, was Interessentinnen in den entsprechenden Berufen erwartet und weshalb es in der Branche mehr Frauen braucht. Bundesrätin Viola Amherd hatte ebenfalls einen Auftritt am Event.

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