Mit Open-Banking-Schnittstelle

Die Post eröffnet den digitalen Briefkasten

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von Colin Wallace und msc

Mit der neuen App "ePost" will die Schweizerische Post der Bevölkerung die Post vom Briefkasten in die Hosentasche bringen. Neben einer Scan- und Ablagefunktion lassen sich auch Rechnungen direkt aus der App bezahlen. Verantwortlich für die Entwicklung zeigt sich Post-Tochter Klara.

die neue "ePost"-App. (Source: Die Schweizerische Post)
die neue "ePost"-App. (Source: Die Schweizerische Post)

Am 1. Juli hat die Schweizerische Post den digitalen Briefkasten mit dem simplen Namen "ePost" lanciert. Damit macht die Post einen grossen Schritt in Richtung Digitalisisierung des Postwesens für Privat- und Firmenkunden. Erste Partner sind gemäss einer Mitteilung unter anderem Credit Suisse und die Versicherung Vaudoise. Mit dem Start der App gehen auch die bisherigen Dienste "E-Post-Office" sowie "Abo mit Scanning" in Pension. Bisherige Kunden könnten ihre archivierten Daten herunterladen und in die neue App importieren.

Was kann die App?

Mit der App könnten Kundinnen und Kunden ihr Post digital und sicher empfangen, Dokumente ablegen oder die physische Post direkt via App scannen. Wer seine Post nicht selbst scannen möchte, kann das auch direkt gegen eine Gebühr von der Post erledigen lassen. Auch das Bearbeiten von Dokumenten und das Bezahlen digitaler Rechnungen sei direkt in der App möglich. Die Post nutzt dazu Open-Banking-Schnittstellen. Das Auslösen der Zahlungen erfolge trotzdem noch via E-Banking-App der entsprechenden Bank. Zum Start bietet nur Credit Suisse diesen Service an.

Für die Post markiere die Lancierung von ePost einen Meilenstein. Die ePost-App sei nicht nur eine weitere App auf dem Smartphone: "Mit ihr schaffen wir ein ganzes Ökosystem für viele Unternehmen und Privatkunden", lässt sich Nicole Burth, Leiterin des Bereichs Kommunikations-Services und Mitglied der Konzernleitung der Post, zitieren.

Für wen ist die App?

Der Service richte sich gleichermassen an Privat- wie an Geschäftskunden.

Für Geschäftskunden sei der Dienst praktisch, da so alle Dokumente digital zur Weiterverarbeitung verfügbar seien. Statt an die Unternehmensadresse landet die physische Post bei ePost - dort wird sie geöffnet, gescannt und digital weitergeleitet. Dies könnte besonders für Unternehmen interessant sein, deren Belegschaft Corona-bedingt grösstenteils im Homeoffice arbeitet. Die Scanning-Kosten belaufen sich gemäss Website von ePost auf 80 Rappen pro Brief. Nicht scanbare Sendungen würden zu einem Preis von 2.50 Franken weitergeleitet.

Geschäftskunden könnten via ePost nicht nur Post empfangen, sondern auch versenden. Dabei übermittelten Unternehmen Briefe elektronisch an die Post, die dann Druck, Couvertierung, Frankierung und Versand übernimmt. Die Kosten für diesen Service variieren je nach Aufrag, eine genauere Auflistung gibt es hier.

Für Privatkunden sei die App grundsätzlich kostenlos. Zusätzlich biete die Post aber auch kostenpflichtige Angebote, wie den "ePost Scanning Service". Für 14.90 Franken im Monat scannt die Post die Briefe der Kunden ein und leitet sie in digitaler Form an die Nutzenden weiter. Wer ein Dokument trotzdem noch in Papierform erhalten möchte, zahlt pro Sendung noch einmal 5 Franken obendrauf.

Wer macht mit?

Die Liste der teilnehmenden Unternehmen ist zum Start der App sehr überschaubar. Die Post listet neben Credit Suisse und der Versicherung Vaudoise ausserdem den Kanton Luzern und den Wirtschaftsverband Fédération des Entreprises Romande. Auf Anfrage teilt die Post mit, sie sei bestrebt, das Angebot laufend auszubauen und neue Partnerschaften abzuschliessen.

Wie steht es um den Datenschutz?

Die ePost-App verpflichte sich dem IT- und Daten-Sicherheitsstandard der Schweizerischen Post. Sprich, das Briefgeheimnis soll auch digital gewährleistet bleiben. Verifizierung und Login seien mehrstufig, die Dokumente verschlüsselt. Der Datenschutz sei auch dann gewährleistet, wenn Kundinnen und Kunden den Abo-Scanning-Service nutzen. Die physische Briefpost werde dabei in ein Scancenter umgeleitet. Dort werde der Brief von einer Maschine geöffnet, danach von einer Person auf den Scanner übertragen. Die Mitarbeitenden im Scancenter seien vertraglich der Verschwiegenheit verpflichtet, erklärt die Post auf Anfrage. Das Scancenter sei nach dem Informationsschutz-Standard ISO 27001 zertifiziert.

Wer steckt dahinter?

Für die Entwicklung der App zeigt sich Klara verantwortlich, einem Luzerner Unternehmen für digitale Dienstleistungen. Die Schweizerische Post ist seit 2020 Mehrheitsaktionär des Unternehmens.

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