E-Voting-Anbieter empfiehlt Australien einen Blick in die Schweiz
New South Wales sucht ein sicheres E-Voting-System. Das hierzulande bekannte Unternehmen Scytl empfiehlt dem australischen Bundesstaat, dabei von der Schweiz zu lernen. Namentlich erwähnt es einen 2019 durchgeführten Intrusion-Test.
Es gibt ihn noch, den E-Voting-Systemanbieter Scytl. Das spanische Unternehmen hatte im Mai 2020 zwar Insolvenz angemeldet – und davor sein E-Voting-System der Schweizerischen Post verkauft. Doch im folgenden Herbst wurde Scytl von der Paragon Group übernommen. Die Firma verkauft weiterhin E-Voting-Systeme – so etwa dem australischen Bundesstaat New South Wales, wie einem Beitrag von "ITNews" zu entnehmen ist. Demnach steckt Scytel hinter "iVote", einem E-Voting-System, welches der Bundesstaat aufgrund technischer Ausfälle derzeit nicht mehr einsetzt. Stattdessen prüfe New South Wales aktuell mögliche Alternativen, heisst es im Bericht.
Intrusion-Tests wie in der Schweiz
In einer Stellungnahme zuhanden der für die Prüfung verantwortlichen Kommission spricht Scytl auch über die Schweiz. Es lohne sich, "einige neuere Entwicklungen in der Schweiz" zu untersuchen, zitiert ITNews aus der Stellungnahme. Konkret erwähnt das Unternehmen etwa den Jahr 2019 durchgeführten öffentlichen Intrusion-Test sowie die Offenlegung des Quellcodes des E-Voting-Systems. Im Rahmen dieses Tests entdeckten Forscher mehrere schwerwiegende Sicherheitslücken.
Des Weiteren erwähnt Scytl eine vom Bund einberufene Expertengruppe. Sie arbeitete eine Reihe von Empfehlungen aus, wie der Bund das elektronische Abstimmen beim nächsten Anlauf verbessern soll.
Im Juli 2022 traten in der Schweiz die revidierten E-Voting-Gesetze in Kraft. Damit definiert der Bund die Anforderungen an eingesetzte Systeme und ermöglicht den Kantonen, wieder E-Voting-Versuche durchzuführen. Doch noch fehlt ein dafür zugelassenes E-Voting-System, wie Sie hier lesen können.
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