Schweizer Top-Unternehmen vernachlässigen Schutz vor E-Mail-Betrug
Weniger als die Hälfte der 20 grössten Schweizer Unternehmen hat die strengsten DMARC-Standards implementiert. Die meisten hiesigen Top-Unternehmen bieten ihren Kundinnen und Kunden somit keinen angemessenen Schutz vor E-Mail-Betrug, wie der IT-Sicherheitsdienstleister Proofpoint feststellt.
Die grossen Schweizer Unternehmen schützen ihre Kundschaft nicht effektiv vor E-Mail-Betrug – so lautet zumindest der Befund einer Untersuchung von Proofpoint. Der IT-Sicherheitsdienstleister schaute sich die primären Domänen der im SMI20 aufgeführten Unternehmen in der Schweiz an und kommt zum Schluss: Nur neun von ihnen bieten die strengste Umsetzung der DMARC-Richtlinien zum Schutz der E-Mail-Kommunikation an.
DMARC steht für "Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance". Es handelt sich um ein E-Mail-Authentifizierungsprotokoll, das die Absender-Domains vor betrügerischer Nutzung schützen und Spoofing, also das Verschicken von Mails mit gefälschten Absenderadressen, verhindern soll.
90 Prozent der von Proofpoint analysierten SMI20-Unternehmen bieten immerhin einen basalen DMARC-Schutz. Der IT-Sicherheitsdienstleister zieht daraus den Umkehrschluss: 10 Prozent würden E-Mail-Betrug Tür und Tor öffnen.
Die weitgehend unzureichende Umsetzung der DMARC-Authentifizierung biete Cyberkriminellen die Möglichkeit, bekannte Marken für ihre Angriffe zu missbrauchen, teilt Proofpoint mit. "Obwohl Unternehmen in der Schweiz die richtigen Schritte in Richtung E-Mail-Sicherheit unternehmen, haben viele noch eine weiten Weg zu gehen", lässt sich Christian Fahlke, Country Manager Alps bei Proofpoint, in der Mitteilung zitieren.
Übrigens: Gemäss einer Analyse des Aargauer IT-Sicherheitsdienstleisters Codepurple sind 57 Prozent aller Schweizer Domains anfällig für Phishing-Attacken. Der Grund: Nutzerinnen und Nutzer verwenden keine oder falsche Verfahren zur Prüfung der Berechtigung von E-Mail-Servern. Lesen Sie hier mehr dazu.
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