Resilienz beginnt beim Netzwerk
In geopolitisch unsicheren Zeiten wird die Herkunft von IT-Lösungen für Unternehmen und die öffentliche Hand zur strategischen Entscheidung. Im Fokus steht dabei oft die Cloud. Doch über Souveränität und Resilienz wird bereits im digitalen Maschinenraum entschieden: dem Netzwerk.
Die Frage nach digitaler Souveränität und Resilienz bestimmt aktuell in der Schweiz und in vielen Ländern Europas die öffentliche Debatte. Gemeint ist die Fähigkeit, auch im digitalen Raum selbstbestimmt handeln und entscheiden zu können. Für Unternehmen, Staat und Verwaltung geht es darum, die Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur und die hier verarbeiteten Daten zu behalten. Zum einen, um sie vor Manipulation und unautorisiertem Zugriff zu schützen, zum anderen, um den Geschäftsbetrieb und die Erfüllung staatlicher Aufgaben zuverlässig sicherzustellen. Im Fokus stehen dabei zumeist Cloud-Services, verbunden mit dem Wunsch, Daten innerhalb des heimischen Rechtsraumes zu halten, wo sie durch revDSG und EU-DSGVO geschützt sind. Etwas Grundlegendes wird dabei jedoch übersehen: Digitale Souveränität und Widerstandsfähigkeit beginnen nicht erst in der Cloud. Ebenso wichtig ist das Fundament für alles Digitale: die Netzwerkinfrastruktur.
Kritische Bestandsaufnahme
Erst kürzlich hat die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten, Privatim, in einer Resolution die Einsetzbarkeit internationaler Cloud-Dienste, insbesondere von Hyperscalern, für eidgenössische Behörden massiv eingeschränkt. Auch viele Unternehmen stellen ihre Cloud-Anbieter aktuell auf den Prüfstand, schwenken um auf hybride oder Multi-Cloud-Ansätze, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Ebenso entscheidend wie die Integrität und Verfügbarkeit der Cloud-Dienste ist jedoch die der Netzwerkinfrastruktur. Router, Switches, WLAN Access Points und Firewalls bilden das Rückgrat für alle digitalen Anwendungen in Wirtschaft und Verwaltung. Nicht vertrauenswürdige Komponenten können zum Risikofaktor werden, ganz gleich, wie sicher und rechtskonform die Cloud-Umgebung ist. Dies gilt umso mehr für die Verarbeitung sensibler Daten, wie zum Beispiel in Schulen, Arztpraxen oder Einrichtungen der kritischen Infrastruktur. Hier braucht es eine kritische Bestandsaufnahme, die die komplette Wertschöpfungskette – von der Hardware-Fertigung über die Entwicklung des Betriebssystems bis zum Hosting des Netzwerkmanagements – in den Blick nimmt. Ins Pflichtenheft hinsichtlich Datenschutz und Datenhoheit gehört ausserdem, dass Router und Co. frei von versteckten Zugangsmöglichkeiten, sogenannten Backdoors, sind. Nur so lassen sich Daten zuverlässig vor dem Zugriff Dritter schützen. Eine vertrauenswürdige, digital souveräne Netzwerkinfrastruktur ist somit nicht mehr nur ein Nice-to-have, sie bildet das Fundament für digitale Resilienz.
Europäische Alternativen
Laut einer Studie des Handelsblatt Research Institute bestätigen mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen die Bedeutung digitaler Souveränität vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen und steigender Compliance-Anforderungen. Demgegenüber betrachten jedoch nur 6 Prozent ihre IT-Infrastruktur als unabhängig. Oft fehlt es schlicht an der Kenntnis vorhandener Lösungen. Orientierung bieten hier Initiativen wie das European Cybersecurity Mapping in Form einer Übersicht über die europäische Anbieterlandschaft. Denn es gibt sie, die digital souveränen Alternativen aus Europa, und zwar für alle Netzwerkbereiche – von A wie Access Point bis Z wie Zero Trust.
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