Crypto Valley zieht weiterhin Blockchain-Risikokapital an
Das Crypto Valley schlägt einen neuen Kurs ein. Laut einem aktuellen Bericht von Crypto Valley Venture Capital wendet sich das Schweizer Blockchain-Ökosystem allmählich von spekulativen Anwendungen ab. Stattdessen konzentriert es sich auf technologische Infrastrukturen.
Crypto Valley Venture Capital (CV VC) hat den 11. Jahresbericht über das Schweizer Blockchain-Ökosystem veröffentlicht. Im Jahr 2025 nahmen Unternehmen aus dem Crypto Valley 47 Prozent des in Europa eingesammelten Blockchain-Risikokapitals ein, wie es in dem Bericht heisst. Insgesamt 728,4 Millionen US-Dollar. Die Studie zeigt eine Verlagerung der Aktivitäten hin zu Infrastrukturlösungen auf Kosten spekulativerer Anwendungen.
Das Ökosystem umfasst gemäss Bericht inzwischen 1766 aktive Unternehmen in der Schweiz und in Liechtenstein - mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2020. Zug bleibe mit 715 Unternehmen der wichtigste Standort, gefolgt von Zürich mit 257. Die bedeutendsten Standorte in der Westschweiz seien Genf (87), Neuenburg (81) und Waadt (56). Die Investitionen bleiben jedoch stark konzentriert - Zug und Zürich vereinen im Jahr 2025 rund 99 Prozent der eingeworbenen Mittel auf sich, wie der Studie zu entnehmen ist.
Die Blockchain etabliert sich zunehmend
Infrastrukturlösungen machen mittlerweile 19 Prozent des Ökosystems aus. Damit liegen sie vor den Finanzdienstleistungen (18 Prozent) sowie den Beratungs- und Technologiedienstleistungen (17 Prozent), wie CV VC schreibt. Diese Entwicklung spiegle eine Neuausrichtung auf Technologien wie skalierbare Blockchain-Architekturen, Werkzeuge zur Datenüberprüfung oder Rückverfolgbarkeitssysteme wider. Damit etabliere sich die Blockchain zunehmend in konkreten Anwendungsfällen, insbesondere im Lieferkettenmanagement, bei der Datenverifizierung oder in Systemen zur digitalen Identitätsprüfung.

Mathias Ruch, Gründer und CEO von CV VC. (Source: cvvc.com)
"Die Blockchain etabliert sich zunehmend als echte Infrastruktur - nicht nur in der Finanzbranche, sondern auch als Vertrauensbasis in der digitalen Wirtschaft", erklärt Mathias Ruch, Gründer und CEO von CV VC. Der Bericht hebt zudem eine zunehmende Konvergenz zwischen Blockchain und künstlicher Intelligenz hervor. Die Blockchain soll dabei als Vertrauensschicht fungieren, um die Transparenz und Integrität der Daten zu gewährleisten.
Strukturelle Tragweite vergrössert sich
Im Jahr 2025 sei die Anzahl der Transaktionen zurückgegangen, während die Beträge stiegen. Insgesamt habe es 2025 31 Transaktionen gegeben im Vergleich zu 53 im Vorjahr. Die grösste Kapitalbeschaffung sei auf TON mit 400 Millionen Dollar entfallen, gefolgt von der Zürcher Bank Sygnum mit 58 Millionen Dollar.
Parallel dazu kündigte der Kanton Zug laut Bericht die Lancierung des Projekts "Blockchain Zug - Joint Research Initiative" an. Dieses werde über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 39,35 Millionen Franken ausgestattet. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern und dem Zug Institute for Blockchain Research durchgeführt werden.
Der CV-VC-Bericht von 2025 sah das Crypto Valley auf Wachstumskurs. Lesen Sie hier mehr dazu.
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