Umfrage von Gartner

KI-Entlassungen steigern nicht die Rendite

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Joël Orizet, nki

Unternehmen bauen Stellen ab, sobald sie KI einsetzen - doch der erhoffte finanzielle Effekt bleibt oft aus. Eine Analyse von Gartner widerlegt eine verbreitete Annahme: Wer Personal reduziert, steigert nicht automatisch die Rendite von KI-Projekten.

(Source: NicoElNino / Shutterstock)
(Source: NicoElNino / Shutterstock)

Rund 80 Prozent der Unternehmen, die KI-Agenten oder sonstige smarte Automatisierungslösungen einsetzen, haben zwar Personal abgebaut. Dieser Schritt allein führt jedoch nicht zu einem höheren Return on Investment (ROI), wie eine weltweite Umfrage von Gartner zeigt. Die Marktforschungsfirma befragte im dritten Quartal 2025 insgesamt 350 Führungskräfte aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar. 

Die Analyse zeigt: Unternehmen mit hoher Rendite unterscheiden sich beim Stellenabbau kaum von jenen, die mit ihren KI-Projekten nur geringe oder sogar negative Erträge erzielen. Entlassungen sind somit kein wirksames Mittel, um den finanziellen Erfolg von KI-Investitionen zu steigern.

Stattdessen rückt ein anderer Faktor in den Vordergrund: Unternehmen mit besseren Ergebnissen investieren gezielt in Kompetenzen, neue Rollen und Organisationsstrukturen. Erfolgreiche Firmen ersetzen Mitarbeitende nicht durch Technologie, sondern befähigen sie, autonome Systeme zu steuern, zu überwachen und weiterzuentwickeln.

Auch strategisch greift der Fokus auf Einsparungen zu kurz. Wer KI primär als Kostenhebel nutzt, verkennt ihren eigentlichen Nutzen: Sie erhöht die Produktivität von Teams und ermöglicht neue Arbeitsformen.

Parallel dazu steigen die Investitionen rasant. Gartner erwartet, dass die Ausgaben für Software rund um KI-Agenten und Automatisierung von 86,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 206,5 Milliarden im Jahr 2026 und 376,3 Milliarden im Jahr 2027 steigen.

Von einer vollständig automatisierten Wirtschaft ohne Menschen geht die Analyse dennoch nicht aus. Im Gegenteil: Autonome Systeme dürften neue Aufgaben schaffen, insbesondere dort, wo Vertrauen, Verantwortung und komplexe Entscheidungen gefragt bleiben. Gartner rechnet deshalb damit, dass ab 2028 oder 2029 unter dem Strich mehr Stellen entstehen als wegfallen. 

Die zentrale Erkenntnis: Unternehmen schöpfen das Potenzial von KI nicht aus, wenn sie vor allem Stellen streichen. Entscheidend bleibt, wie sie Technologie und menschliche Fähigkeiten zusammenbringen.
 

Übrigens: In der Schweiz wirkt sich die zunehmende Verbreitung von KI bereits auf den Arbeitsmarkt aus, wie eine Studie der KOF-Ökonomen Jeremias Klaeui und Michael Siegenthaler feststellt: Seit Herbst 2022 stieg die Arbeitslosigkeit in KI-exponierten Berufen demnach bis zu 30 Prozent stärker als in weniger betroffenen Tätigkeiten. Mehr über die Studie erfahren Sie im Fachbeitrag von Michael Siegenthaler: "Die Arbeitslosigkeit steigt – und KI dürfte ein Grund sein"

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