KI-Manifest des Meta-Chefs

Mark Zuckerberg wirbt für offenere KI und weniger Regulierung

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: Joël Orizet, nki

In seinem KI-Manifest fordert Mark Zuckerberg mehr herunterladbare KI-Modelle, einen schnelleren Ausbau der Rechenzentren und weniger Regulierung. Bei Sicherheitsfragen setzt der Meta-CEO zugleich auf eine engere Zusammenarbeit mit der US-Regierung.

Mark Zuckerberg, CEO von Meta (Source: Meta)
Mark Zuckerberg, CEO von Meta (Source: Meta)

Mark Zuckerberg zeichnet in seinem KI-Manifest eine Zukunft, in der eine sogenannte "persönliche Superintelligenz" möglichst vielen Menschen und Unternehmen zur Verfügung steht. Dafür nennt der Meta-Chef mehrere Voraussetzungen - von mehr Rechenleistung über leichter zugängliche KI-Modelle bis hin zu weniger Regulierung.

Ein Schwerpunkt liegt auf Rechenzentren. Der KI-Boom treibt den Bedarf an Rechenleistung und damit den Ausbau solcher Anlagen. Neue Projekte stossen jedoch immer wieder auf Widerstand, etwa wegen ihres Strom- und Wasserverbrauchs oder ihrer Auswirkungen auf die Standortregionen. Zuckerberg fordert deshalb, dass Gemeinden stärker von Rechenzentren profitieren. Mehr Akzeptanz vor Ort soll aus seiner Sicht einen schnelleren Ausbau ermöglichen.

Zuckerberg fordert zugleich einen breiteren Zugang zu KI-Modellen und setzt dabei auf Modelle, die er als Open Source bezeichnet. Diese Einordnung ist allerdings umstritten. "The Verge" weist darauf hin, dass sich seine Aussagen unter anderem auf Open-Weight-Modelle chinesischer Anbieter beziehen dürften. Open Weight ist jedoch nicht mit Open Source gleichzusetzen. Auch eigene Modelle bezeichnete Meta als Open Source, obwohl deren Lizenzbedingungen die entsprechenden Kriterien nicht erfüllen. Die Open Source Initiative stuft etwa Llama 2 nicht als Open Source ein.

Meta-Chef fordert weniger Regulierung und mehr Zusammenarbeit mit der US-Regierung

Auch bei den politischen Rahmenbedingungen fordert Zuckerberg einen Kurswechsel. US-Unternehmen sollen KI seiner Ansicht nach schneller entwickeln und auf den Markt bringen können. Hürden, die die Entwicklung von Modellen oder den Ausbau der nötigen Infrastruktur bremsen, sieht er als Nachteil im internationalen Wettbewerb.

Weniger Regulierung bedeutet für Zuckerberg allerdings nicht weniger Zusammenarbeit mit dem Staat. Bei besonders leistungsfähigen KI-Systemen und den damit verbundenen Sicherheitsrisiken hält er eine engere Kooperation zwischen Technologieunternehmen und der US-Regierung für nötig. Seine Vision verbindet damit einen schnelleren Ausbau der KI-Infrastruktur und einen breiteren Zugang zu Modellen mit mehr staatlicher Einbindung bei Sicherheitsfragen.

Zuckerbergs Position stösst allerdings auf Kritik. "TechCrunch"-Redaktor Russell Brandom wirft ihm vor, problematische Folgen von KI weitgehend auszublenden - obwohl gerade sie das Misstrauen gegenüber der Technologie schüren. Dieselben KI-Werkzeuge, die Wissen oder Rechtsberatung leichter zugänglich machen sollen, können laut Brandom auch Schummeln erleichtern, juristischen Spam begünstigen oder andere unerwünschte Anwendungen ermöglichen. Anders als Zuckerberg thematisieren OpenAI-CEO Sam Altman und Anthropic-CEO Dario Amodei solche Risiken in ihren öffentlichen Äusserungen zu den gesellschaftlichen Folgen von KI deutlich stärker.
 

Übrigens: Wie viel Geld Meta in neue KI-Rechenzentren investiert und welche Pläne der Konzern damit verfolgt, lesen Sie hier.

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