60 Grad in 20 Minuten

Proton erleidet weltweite Störung nach Kühlpanne in Rechenzentrum

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Dylan Windhaber, nki

Ein Totalausfall der Kühlung in Protons Frankfurter Rechenzentrum hat die Dienste des Unternehmens in der Nacht vom 26. auf den 27. August lahm gelegt. Innerhalb von rund 20 Minuten stieg die Temperatur von 30 auf 60 Grad an, was die Umschaltung auf die Backup-Infrastruktur erschwerte.

(Source: Have a good day/AdobeStock))
(Source: Have a good day/AdobeStock))

Proton hat nach einem Ausfall des Kühlsystems in seinem Frankfurter Rechenzentrum eine weltweite Störung seiner Dienste verzeichnet. Auf seiner Statusseite schreibt das Unternehmen, es habe kurz nach Mitternacht mit der Untersuchung begonnen und um 00:38 Uhr die Ursache des Vorfalls identifiziert.

Proton-CEO Andy Yen schilderte anschliessend auf X die Hintergründe der Störung. Ihm zufolge stieg die Lufttemperatur innerhalb der Anlage in rund 20 Minuten von etwa 30 auf bis zu 60 Grad Celsius. Wegen der Überhitzung seien Server nach und nach und in zufälliger Reihenfolge ausgefallen. "Es ist wirklich beängstigend zu sehen, wie schnell die Temperaturen in einem Hochleistungsrechenzentrum bei einem Totalausfall der Kühlung steigen können", schrieb Yen.

Das Bild zeigt Andy Yen, CEO von Proton

Andy Yen, CEO und Mitgründer von Proton. (Source: Web Summit/CC BY 2.0)

Die zufälligen Serverausfälle hätten auch das automatische Failover gestört. Laut Yen konnten die Systeme nicht mehr eindeutig feststellen, ob der Standort vollständig ausgefallen war oder nicht. Die Teams mussten deshalb manuell auf die Backup-Standorte umschalten, was die Wiederherstellung der Dienste verzögerte, wie es weiter heisst.

Gleichzeitig musste Proton gemäss seinem CEO entscheiden, ob die Teams versuchen sollten, die Kühlung wiederherzustellen, oder sämtliche Geräte zum Schutz der Hardware herunterfahren sollten. "Dieses Ausfallszenario war uns zwar bekannt. Die entsprechenden Gegenmassnahmen hatten jedoch keine Priorität, da das Szenario als äusserst unwahrscheinlich eingeschätzt wurde", erklärte Yen. Kühlsysteme verfügten zudem normalerweise über eine hohe Redundanz.

In einem Beitrag auf Reddit räumte Proton ausserdem ein, dass das Unternehmen seine Statusseite langsamer aktualisiert habe als gewünscht. Die Ingenieure hätten die Störungen jedoch in Echtzeit erkannt und unmittelbar nach deren Auftreten mit der Behebung begonnen.

Anschliessend stellte Proton seine Dienste schrittweise wieder her. Um 02:27 Uhr meldete das Unternehmen, die Störung sei weitgehend behoben. Bei einigen Nutzern könne es jedoch weiterhin zu Verzögerungen beim Versand und Empfang von E-Mails sowie bei Benachrichtigungen kommen. "Durch diesen Ausfall gingen keine Daten verloren", teilte Proton mit.

 

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