Partner-Post Fachbeitrag

Vorsprung durch Content – warum KI im HR gute Daten braucht

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von Marek Dutkiewicz, HR Campus

KI verändert das Personalmanagement grundlegend. Doch intelligente Systeme sind nur so gut wie die Informationen, auf die sie zugreifen können. Gerade im Gesundheitswesen zeigt sich: Wer Kompetenzen und Tätigkeiten strukturiert erfasst, schafft die Basis für ein wirksames HR der Zukunft.

Marek Dutkiewicz, Mitgründer und Verwaltungsrats­präsident, HR Campus. (Source: zVg)
Marek Dutkiewicz, Mitgründer und Verwaltungsrats­präsident, HR Campus. (Source: zVg)

Nach der Digitalisierung der HR-Prozesse beginnt die nächste Transformation: Künstliche Intelligenz wird zum alltäglichen Werkzeug im HR. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Mitarbeitende KI einsetzen, sondern wie kompetent sie damit umgehen. Gleichzeitig müssen HR-Prozesse vom Recruiting bis zur Nachfolgeplanung neu gedacht werden.

Ein Faktor wird dabei häufig unterschätzt: KI braucht guten Content – und damit gute Daten. Für Recruiting, Onboarding oder die Personaleinsatzplanung braucht es aktuelle Informationen darüber, welche Kompetenzen vorhanden sind und welche benötigt werden. Das ermöglicht gezieltere Prozesse und kann Zeit und Kosten reduzieren.

Wir kennen Personen, aber kennen wir auch ihre ­Fähigkeiten?

Gesundheitsorganisationen verfügen über viele Personaldaten. Weniger transparent ist, was eine Person tatsächlich sicher und selbstständig ausführen kann. Kann eine Ärztin einen bestimmten Eingriff eigenständig durchführen? Welche Pflegefachperson kann auf einer anderen Station bestimmte Aufgaben übernehmen? Für ein datenbasiertes HR müssen solche Kompetenzen sichtbar, aktuell und nutzbar sein.

Das Gesundheitswesen hat einen interessanten ­Vorsprung

Einen Ansatz dafür bieten Entrustable Professional Activities (EPA) aus der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Sie beschreiben konkrete berufliche Tätigkeiten, die einer Person abhängig von ihrem Kompetenzstand anvertraut werden können. In der Schweiz werden EPA bereits in der ärztlichen Weiterbildung eingesetzt. Zunehmend rückt die Frage in den Fokus, wie sich der Ansatz auf weitere Berufsgruppen im Gesundheitswesen übertragen lässt. Daraus lässt sich die Idee eines persönlichen «EPA-Koffers» ableiten, der Mitarbeitende über ihre berufliche Laufbahn begleitet.

Sein Nutzen könnte sich über den gesamten Employee Lifecycle erstrecken. Im Recruiting erleichtert er das Matching zwischen vorhandenen und benötigten Kompetenzen. Beim Onboarding wird sichtbar, wo eine Einführung nötig ist und welche Aufgaben bereits selbstständig übernommen werden können. In der Personaleinsatzplanung lassen sich Teams gezielter nach Kompetenzen zusammenstellen. Auch die Personalentwicklung und Nachfolgeplanung erhalten damit eine fundiertere Datengrundlage. Die Idee lässt sich bis zum Offboarding weiterdenken: Künftig könnte ein solcher EPA-Koffer das Arbeitszeugnis ergänzen und Mitarbeitende über ihre Laufbahn begleiten. Voraussetzung dafür sind einheitliche Standards und eine organisationsübergreifende Anerkennung.

Erst die Grundlage schaffen, dann automatisieren

KI kann solche Informationen auswerten, Personen und Aufgaben zusammenbringen oder Entwicklungsbedarf erkennen. Doch ohne verlässliche Daten über Fähigkeiten und Tätigkeiten bleiben auch ihre Möglichkeiten begrenzt.

Für Gesundheitsorganisationen ergeben sich deshalb drei Aufgaben: KI-Kompetenz breit aufbauen, relevante HR- und Kompetenzdaten strukturiert verfügbar machen und klare Verantwortlichkeiten für deren Nutzung und Pflege schaffen.

Der eigentliche Vorsprung durch KI beginnt damit nicht bei der Technologie. Er beginnt bei der Qualität des Contents, auf den sie zugreifen kann.


Welche HR-Themen werden für das Gesundheitswesen 2026 entscheidend? Lesen Sie, warum Skillorientierung, EPA, KI und Workforce Management jetzt zusammengedacht werden müssen.

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