Bertelsmann: Kopf der Internet-Sparte gefeuert

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Gut eine Woche nach dem überraschenden Rücktritt von Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff macht der Multimedia-Konzern einen ersten Schritt in Richtung Zurückschrauben von Middelhoffs Internet-Visionen: Klaus Eierhoff, Kopf der Internet-Sparte des Medienkonzerns, hat seinen Posten verloren. Grund der Trennung sind laut Pressemitteilung unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung der Endkundengeschäfte bei Bertelsmann. Seit 1998 ist der 49-jährige Eierhoff Vorstandsmitglied für den Bereich Multimedia bei Bertelsmann. Zu seinem Portfolio gehörten unter anderem das Joint Venture AOL Europe und der IT-Dienstleister Bertelsmann mediaSystems. Unter der Führung von Eierhoff hatte der Multimedia-Bereich mit BOL in Europa und mit der Beteiligung an barnesandnoble.com in den USA seine Medien-E-Commerce-Geschäfte gestartet. Im Sommer 2000 bündelte die Bertelsmann AG ihre Endkundengeschäfte (Buch- und Musikclubs, E-Commerce-Aktivitäten) in der DirectGroup Bertelsmann. Eierhoff übernahm die Leitung des neuen Unternehmensbereiches. Der neue Bertelsmann Vorstandsvorsitzende, Gunther Thielen, erklärte zur Trennung: Wie in der vergangenen Woche angekündigt, wird sich der Bertelsmann-Vorstand zukünftig auf die Stammgeschäfte konzentrieren und die operative Ertragskraft steigern. Es bleibt unser erklärtes Ziel, die DirectGroup zu einem nachhaltig profitablen Stammgeschäft von Bertelsmann zu entwickeln. Diese Aufgabe wird nun Ewald Wagenbach zufallen, Mitglied des Vorstands und bisheriger COO. Der Posten des COO wird Bertelsmann streichen, da Thielen Bertelsmann vom zentralisierten Führungsmodelll zu dezentralen Strukturen zurückführen will.