Cablecoms Anrufbeantworter war online für jeden abhörbar
Die drei Studenten Marco Birchler, Ronald Reichmuth und David Ochsner haben den Anrufbeantworter von Cablecom, die Cablecom Box, geknackt und die Nachrichten anderer abgehört. Dies berichtete der Tagesanzeiger in seiner gestrigen Onlineausgabe. Auch die Zugangcodes konnten so verändert werden.
Cablecom warb unter anderem damit, dass der Anrufbeantworter auch via Internet abhörbar ist. Die meisten der getesteten Cablecom Boxes konnten nach Eingabe des Standradcodes 0000 jedoch von jedermann abgehört werden, da die Standardcode nie geändert wurden. Zudem war die Java-Script-Blockade leicht überbrückbar: "Zwar wurde die Übermittlung des Standardcodes vorerst durch ein Java-Script geblockt, aber dieses Hindernis kann eigentlich jedermann problemlos umgehen: Auf dem Server der Cablecom findet keine Prüfung statt", erklärt Birchler das Vorgehen in einem Blog-Beitrag. "Geknackt" wurden dabei die Cablecom Boxes von Bekannten der drei, die hierfür ihr Einverständnis gaben.
Ende letzter Woche hatte er von einem Kollegen erfahren, dass dieser seinen Anrufbeantworter neu übers Internet abhören kann. "Wie wir festgestellt haben, bekommen alle Kunden dasselbe Standardpasswort. Obwohl von einem Passwort hier keine Rede sein kann, handelt es sich dabei doch nur um einen vierstelligen Pincode", so Birchler. In einem Begleitbrief weise Cablecom zwar darauf hin, dass das Standardpasswort geändert werden sollte. "Wie meistens in solchen Fällen hatten jedoch alle von uns geprüften Accounts das Standardpasswort beibehalten", so Birchler gegenüber dem Netzwocheticker.
Darauf angesprochen zeigte sich die Cablecom überrascht und nahm das Web-Interface (www.cablecom-box.ch) gestern Abend vom Netz. Cablecom-Pressesprecher Martin Wüthrich sagte gegenüber dem Tagesanzeiger, dass jetzt die Einführung eines sechsstelligen Codes geprüft werde. "Falls dies und natürlich die Unterbindung des Logins mit dem Standardcode die einzige Änderung ist, wird es tatsächlich ein bisschen schwieriger, den Anrufbeantworter zu knacken", meint Birchler. Das Durchtesten der Zahlenkombinationen, eine Brut-Force-Attacke, würde aber auch hier höchstwahrscheinlich zum Ziel – dem Knacken der Box – führen.
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