Comcom vergibt Konzession für Handy-TV an Swisscom Broadcast
Die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) hat die erste Konzession für DVB-H an Swisscom Broadcast vergeben. Damit geht der Mitbewerber Mobile TV Schweiz leer aus.
Zu ihrem Entscheid kam die Comcom mit Hilfe eines Kriterienwettbewerbs. Ausschlaggebend war laut Comcom, dass Swisscom Broadcast innerhalb der vorgegeben Zeit aufgrund der bestehenden Standorte und der Erfahrung mit TV-Verbreitung in der Schweiz „einen schnellen Roll-out besser garantieren“ könne. Die Comcom will, dass an der Fussball-Europameisterschaft 2008 in den Austragungsstädten Basel, Bern, Zürich und Genf erste TV-Sendungen übers Handy empfangen werden können.
Allerdings schnitt Mobile TV Schweiz beim Kriterium „Beitrag zur Medienvielfalt“ besser ab. Mobile TV Schweiz, das speziell für die Konzessionsbewerbung gegründet wurde, hat als Partner T-Systems Media and Broadcast und South Korean Telecom. Im Vorfeld der Konzessionsvergabe erklärte Mobile-TV-Gründer Bruno Bucher, von „interessierter Seite“ sei versucht worden, in der Öffentlichkeit Zweifel zu streuen, dass Mobile TV rechtzeitig zu Beginn der Euro den Betreib des DVB-H-Netzes aufnehmen könne. T-Systems Media and Broadcast schickte darauf dem Bakom ein Schreiben, das anhand von verschiedenen Punkten diese Behauptung widerlegen soll.
Anlässlich der Medienorientierung zur Gründung von Mobile-TV erklärte Bucher, dass das Unternehmen, sollte es die Konzession nicht erhalten, für Mobilfunkanbieter Inhalte für Handy-TV entwickeln wird.
Swisscom Broadcast testete in Bern im letzten Jahr Handy-TV basierend auf dem Standard DVB-B zusammen mit Orange und Sunrise. Es ist vorgesehen, dass Swisscom das nun entstehende Netz an die anderen Telcos vermietet. Swisscom Broadcast hat die Konzession für Handy-TV für die Dauer von 10 Jahren erhalten. Sie umfasst 12 Versorgungsgebiete, die die ganze Schweiz abdecken. In jedem Versorgungsgebiet erhält der Konzessionär einen 8 MHz breiten Rundfunkkanal zur Verbreitung von TV-Programmen. Swisscom Broadcast will grösstenteils bestehende Antennenstandorte nutzen.
Die Konzession sieht vor, dass Swisscom Broadcast bis Ende Mai 2008 die in der Bewerbung angegebene Versorgung von rund 44 Prozent der Bevölkerung gewährleisten und bis Ende 2012 rund 60 Prozent versorgen muss. Mindestens 70 Prozent der Übertragungskapazität muss für die Verbreitung von Fernsehprogrammen genutzt werden.
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